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Feuerwehr schaut sich Rintelner Einsatzleitwagen an - und ist gebührend beeindruckt

Rotes Wunderwerk mit magnetischer Farbe

Obernkirchen (rnk). Er hat alles, was das Herz eines Feuerwehrmannes begehrt: Rundum-Beleuchtung, eine Markise, Internet, mehrere Handys, Telefonanschluss, zwei komplett drehbare Sitze, Fax und notfalls noch 50 Meter Telefonkabel, das in weiter Flur zum nächsten Haus verlegt werden kann, und er ist rundum außen und innen auf allen glatten Flächen mit magnetischer Farbe gestrichen, damit überall entsprechende Karten haften bleiben: Der Einsatzleitwagen der Rintelner Feuerwehr hat vorgestern Männer der Wehr und des Fachausschusses durchaus beeindruckt. So viel Technik hat ihren Preis, erklärte Dirk Scheel von der Feuerwehr Rinteln: 115 000 Euro hat der Einsatzwagen gekostet, allein die Hard- und Software für die PCs schlägt mit 28 000 Euro zu Buche. Ob die Stadt Obernkirchen derartig tief in den strapazierten Stadtsäckel greifen wird, bleibt offen: Politiker und Feuerwehrführung wollten sich nur generell über Einsatzleitwagen informieren.

veröffentlicht am 14.11.2007 um 00:00 Uhr

Gleich drei Modelle wurden vorgestern vorgeführt, von denen der Rintelner Wagen aber mit Abstand das größte und teuerste war. Durchaus beeindruckend, befand anschließend Bernhard Gläser (SPD), selbst seit Jahrzehnten in der Wehr aktiv. Aber nach der Mindestausrüstungsverordnung für eine Stützpunktwehr wie Obernkirchen gar nicht vorgesehen: "Wir brauchen so etwas Teures nicht." Bernhard Watermann widersprach: Es gehe nicht um die Ausrüstung einer Wehr, sondern um einen Wagen für alle Feuerwehren der Stadt: "Die Vorstellung hier hat rein informativen Charakter." Wenn es auch für die Ortswehren sei, dann sei es ja toll, erwiderte Gläser, aber er selbst habe vor zweieinhalb Jahren ein ähnliches Konzept vorgestellt, das im Kommando keine Mehrheit gefunden habe. Er, Gläser, sei daher "etwas angefressen." EineÄußerung, die Stadtbrandmeister Rolf Schaper so nicht im Raum stehen lassen wollte: "Es ist nicht gut, dass du so eine negative Einstellung hast." Und auf eine Neuauflage der Konzeptdebatte, die wohl auch eine Diskussion über Zusammenlegungen der Wehren zur Folge gehabt hätte, hatte Schaper überhaupt keine Lust: "Die Pläne sind schließlich vom Tisch." Priorität hatte für Schaper ein Einsatzwagen, in dem die Einsätze vernünftig und effektiv koordiniert werden können: "Beim Funkbetrieb kommen wir oft nicht raus." Als Beispiel nannte er einen Gefahrgutunfall Anfang des Jahres in Krankenhagen bei der Genossenschaft, und mit Blick auf Gläser: "Da hättest du mal mitkommen sollen." Werner Harder (SPD) fand die Vorstellung der Wagen völlig in Ordnung: "Wir wissen jetzt, worüber wir reden." Über die einzelnen Komponenten, die sie für ihren Einsatz benötige, solle die Wehr selbst entscheiden. Harder: "Wir werden sicherlich ein Mittelding finden, das für ganz Obernkirchen genutzt werden kann." Schaper listete später auf, welche Einsätze bis vorgestern im Laufe des Jahres gefahren wurden. 86 Einsätze fielen für die alle Wehren der Obernkirchen an, davon 63 für die Wehr Obernkirchen, sechs für die Gelldorfer, sieben für die Krainhäger, neun für die Vehlener und ein Einsatz für Röhrkasten. Für die Wehr Obernkirchen seien dieses Jahr 13 Klein- und zwei Mittelbrände, darunter der vor wenigen Tagen bei Bornemann, angefallen. Dazu kommen noch Einsätze der technischen Art, beim Öl binden oder beim Baum entfernen. Allein 35 Einsätze habe man nach dem Besuch von Kyrill am 18. Januar verzeichnet. Drei Fehlalarme gab es, berichtet Schaper, damit könne man leben. Und ein nicht geringer Teil der Einsätze entfiel auf die Liethhalle: 21 Mal wurde dort in diesem Jahr schon die Brandsicherheitswache gestellt.



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