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Gewerkschaft Alfeld-Hameln-Hildesheim ehrt 740 Mitglieder

Rote Nelken für IG-Metall-Jubilare

BUCHHAGEN/ALFELD/HAMELN. Das treffende Motto der IG-Metall-Veranstaltung war eindeutig: „Vorwärts und nicht vergessen.“

veröffentlicht am 09.11.2017 um 00:00 Uhr

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Reporter

Treffend deshalb, weil man zurückblicken könne auf die vergangenen Jahrzehnte gewerkschaftlicher Arbeit, aber auch aus den Erfahrungen Kraft und Überzeugung erhalten habe, um das Heute und das Morgen mitzugestalten, meinte der 1. Bevollmächtigte der Industriegewerkschaft Metall Alfeld-Hameln-Hildesheim, Uwe Mebs. Genau 740 Gewerkschaftsmitglieder feiern in diesem Jahr im Bereich der IG-Metall-Geschäftsstelle Alfeld-Hameln-Hildesheim ein Jubiläum. Um dies auch gemeinsam im gebührendem Rahmen zu tun, waren über 200 Gäste und Jubilare in die Gastronomie Mittendorf nach Buchhagen gekommen. Als Ehrengäste begrüßten die Gewerkschafter neben dem Hauptredner Ralf Kutzner auch Jutta Krellmann, MdB, Bernd Westphal, MdB, Markus Brinkmann, MdL, sowie die stellvertretende Landrätin von Hildesheim, Waltraut Friedmann, und Alfelds Bürgermeister Bernd Beushausen. Musikalisch umrahmt wurde die dreistündige Jubilarfeier durch die Irisch-Folk-Band Fragile Matt.

Laut Uwe Mebs sind fast ein Viertel der Erwerbstätigen und hier besonders junge Menschen von prekärer Beschäftigung und dem Niedriglohnsektor betroffen, machen mehrere Jobs und arbeiten in befristeten Arbeitsverhältnissen oder in Leiharbeit. Dies mache eine Lebensplanung unmöglich und zerstöre die Zukunft. Leider würden auch das am 1. April dieses Jahres in Kraft getretene Gesetz zu Leiharbeit und Werkverträgen sowie der gesetzliche Mindestlohn kaum etwas daran ändern. Und egal wie die Koalitionen in Niedersachsen oder in der Bundespolitik aussehen werden, es werde die Gewerkschaftsarbeit nicht leichter machen. Ganz im Gegenteil sehe er in der Jamaika-Koalition niemanden, der sich mit den Gewerkschaften zusammen für eine den Lebensstandard sichernde Rente einsetzen werde.

Die Festrede hielt das geschäftsführende Vorstandsmitglied der IG Metall, Ralf Kutzner. Er ist unter anderem zuständig für den Bereich Handwerk sowie kleine und mittelständische Unternehmen und somit ein Experte für die Belange der Betriebe in der hiesigen Region. Er freue sich besonders über diejenigen, die seit sage und schreibe 70 Jahren treu zu ihrer IG Metall ständen.

Die 21 IG Metaller, die auf eine 70-jährige Mitgliedschaft zurückblicken können, waren bereits im Vorfeld persönlich von Mitarbeitern der Geschäftsstelle zu Hause aufgesucht worden und mit Präsentkorb und Urkunde bedacht worden. Trotzdem hatten es sich die 70er Jubilare Wolfgang Bartsch aus Lauenau, Ernst Braukmann und Werner Sperling aus Hildesheim, Günter Marschollek aus Diekholzen, Albert Ernst aus Harsum und Gustav Schilling aus Emmerthal nicht nehmen lassen, an der Jubilarfeier im Kreise ihrer Kollegen in Buchhagen teilzunehmen. „Eine Veranstaltung, auf der man einige Bekannte und ehemalige Kollegen wiedergetroffen hat“, meinte der 85-jährige Ernst, der zuletzt bei Bosch in Hildesheim in der Qualitätssicherung tätig war. Als er vor 70 Jahren seine Lehre begann, trat er auch gleich in die Gewerkschaft ein.

Ralf Kutzner erinnerte an das Jahr 1947, das auch als das Jahr für den Beginn des jahrzehntelangen „Kalten Krieges“ gilt, als der Winter hart war und Nahrungsmangel herrschte. Im Jahr 1957, als 60 Jubilare aus dem heutigen Geschäftsstellenbereich in die Gewerkschaft eintraten, wurde mit den „Römischen Verträgen“ der Grundstein für ein politisches Europa gelegt. Das Wort „Brexit“ sei damals noch unbekannt gewesen. Zehn Jahre später begann der Farbfernseher, die schwarz-weiße Glotze abzulösen und 71 Kolleginnen und Kollegen traten der Gewerkschaft bei.

Natürlich bekamen an diesem Tag die Jubilare von den Gewerkschaftsfunktionären traditionell eine rote Nelke überreicht.

Die rote Nelke wurde 1889 zur Blume der Arbeiterbewegung. Der Internationale Sozialistenkongress forderte damals die Arbeiter aller Länder auf, am 1. Mai 1890 für ihre Rechte, vor allem für den Achtstundentag, einzutreten. Die rote Nelke ist seit nunmehr über 125 Jahren das Symbol des Sozialismus und der Arbeiterbewegung.



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