weather-image
Eilser Waldjungschar pflegt Lagerleben / Beliebtester Job: die Nachtwache / Traumfänger und Tanzstöcke gebastelt

Rote Brüder und Ballack-Fans kokeln am Lagerfeuer

Bad Eilsen (sig). "Nein, es war nicht Kolumbus, der den Weg nach Amerika fand, sondern viele tausend Jahre vor ihm zogen schon Indianer ins Land." So oder soähnlich lautet der Text einer Melodie, die immer wieder auf dem Gelände beim früheren Forsthaus Halt erklang. Dort hatte sich die Waldjungschar aus Bad Eilsen eine Zeltstadt errichtet. Was lag da näher, als sich mit indianischen Lebensgewohnheiten zu befassen ...

veröffentlicht am 13.06.2006 um 00:00 Uhr

Lagerfeuer-Romantik: Die Waldjungschar legt nach. Foto: sig

Als die Redaktion eintraf, waren elf Zelte fix und fertig aufgestellt, und in der Mitte des Platzes brannte ein Lagerfeuer. Einige Jungen schleppten aus dem Wald immer wieder neueÄste heran, um die Flammen in Gang zu halten. Einer rief beim Eintreffen: "Ich bin ein roter Bruder." Zu diesen Worten klopfte er sich stolz auf die Brust. "Lagerleiterin" Bettina Winkelhake rief ihre Scharen am Feuer zusammen, um die Aufgaben zu verteilen, die im Laufe des Tages erledigt werden mussten. Sie hatte nichts dagegen, wenn sich Freiwillige meldeten. Aber sie passte auf, dass sich Jungen und Mädchen nicht immer die gleichen Arbeiten aussuchten. Besonders gefragt war die Nachtwache, bei der es einen stündlichen Wechsel gab. Erstaunlicherweise riss sich ein Junge sogar um den Toilettendienst, weil da "so schön wenig zu tun ist". Natürlich gab es noch viele andere wichtige Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Aufräumen, Abwaschen und andere Küchenarbeiten. Die Betreuung des Lagerfeuers gehörte zu den klassischen Jungen-Domänen. Ihnen macht das "Kokeln" besonderen Spaß. Für Abwechslung sorgten natürlich auch die kreativen Dinge, wie das Basteln und Werken. Dabei entstanden Stirnbänder aus Leder, Kräuterbeutel und indianische Tanzstöcke sowie die bekannten "Traumfänger", die man sich über den eigenen Ruheplatz hängen soll - als Schutzschild gegen böse Träume. "Wir wollen noch einen Marterpfahl schnitzen und bemalen", tönte es lautstark aus einer Gruppe. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es an dieser Stelle nur einen aufgemalten Indianerkopf und eine amerikanische Flagge. Das alles passte zum Thema des Tages, das da lautete: "Die Indianer und Gottes Schöpfung." Unabhängig von diesen Beschäftigungen waren bei den Kindern der Eilser Waldjungschar auch schon WM-Freuden zu spüren. Ein Junge trug stolz das Nationalmannschafts-Trikot mit der Nr. 13. Zu diesem Zeitpunkt wusste der Ballack-Fan aber nicht, dass sein Star beim Auftakt fehlen würde.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare