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Landkreis verlängert Förderintervalle / Stadt Rinteln will Härten abfangen

"Rosten untersagt": Feuerwehrwagen sollen 27 Jahre lang ihren Dienst tun

Rinteln (who). Der Landkreis Schaumburg beabsichtigt, Ersatzbeschaffungen für Feuerwehrfahrzeuge der Städte und Gemeinden künftig jeweils erst nach 27 Jahren zu bezuschussen. Die Feuerwehr möchte dagegen nach spätestens 23 Jahren austauschen können.

veröffentlicht am 31.10.2007 um 00:00 Uhr

Für Rintelns Stadtbrandmeister Helmut Meier (Mitte) war es die l

Was ist aber, wenn ein Fahrzeug sogar schon vorher das Zeitliche segnet oder bereits mit weniger Jahren den TÜV-Stempel nicht mehr bekommt? Unter anderem diese Frage beschäftigte den Feuerschutzausschuss des Rintelner Stadtrates am Montagabend. Vorab kam bereits eine Anregung: Nötige Ersatzbeschaffungen auf den Weg bringen, auch wenn die Zeitgrenze noch nicht erreicht ist und den Zuschuss verzögert in Anspruch nehmen, wenn möglich. Dass Feuerwehrfahrzeuge tatsächlich auch im besten Alter abgängig werden können, hatten der Stadtbrandmeister und die Ausschussmitglieder noch deutlich in Erinnerung. Beispiel: Das Einsatzfahrzeug der Ortsfeuerwehr Todenmann, das 2006 unerwartet den TÜV-Stempel nicht mehr bekommen hatte. Rintelns Erster Stadtrat Jörg Schröder erinnerte in diesem Zusammenhang, daran, wie die Stadt Rinteln in kürzester Zeit in enger Kooperation der Feuerwehr ein nagelneues Ersatzauto besorgt hatte. In diesem Sinne sei die Stadt bereit, nach Kräften auch künftig unbürokratische Hilfe zu leisten. Niedriges Alter bietet sowieso keine Garantie dafür, dass Feuerwehrautos lange vor der Zeit für hohe Reparaturkosten sorgen können. So Stadtbrandmeister Helmut Meier aus Schaumburg, der zum neuen Jahr sein Amt an seinen designierten Nachfolger Friedel Garbe aus Wennenkamp übergeben will. Unter anderem ein LF16 der Ortsfeuerwehr Rinteln im jugendlichen Alter von 10 Jahren habe unter hohem Aufwand wieder hergestellt werden müssen. Meier erklärt: Der Aufbau hatte sich vom Tragrahmen gelöst und musste völlig neu befestigt werden. Ähnliches sei in nächster Zeit bei weiteren baugleichen Fahrzeugen zu erwarten. Pikant dabei: Die Herstellerfirma gibt es mittlerweile nicht mehr und somit keine kostenlosen Nachbesserungen. Die Stadt Rinteln steht hinter ihren Feuerwehren, belegte der Erste Stadtrat mit Zahlen aus dem laufenden Jahr. So seien für das Kommandofahrzeug des Stadtbrandmeisters, einen Kommandowagen als Leitstelle für Einsätze der Rintelner Atemschutz-Geräteträger und den bestellten MTW der Ortsfeuerwehr Rinteln ziemlich 106 741 Euro angesetzt. Weitere 99 479 Euro entfielen auf Schutzhauben für 150 Atemschutzgeräteträger, Einsatzhosen, digitale Funkmeldeempfänger sowie eine Wärmebildkamera für die Schwerpunktfeuerwehr in der Kernstadt. Besonders die Unwettereinsätze des Jahres und die Exterüberflutungen, seien 2007 verantwortlich für die Überstrapazierung des Budgets gewesen, erklärte der Stadtbrandmeister. "Im Mai waren noch 66 00 Euro in meiner Kasse und im September ist sie fast leer gewesen." Verantwortlich dafür: Einsteiger bei der Feuerwehr müssen laut Gesetz von Anfang an voll ausgerüstet werden, 48 Motorsägenführerscheine waren zu bezahlen, ohne die die Feuerwehrleute die Säge nicht mehr bedienen dürfen.



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