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Schwäbischer Wirbelwind fegt durch das Weihnachtsvarieté

Rosemie: "Schön, dass ich da bin!"

Bad Nenndorf (tes). Von Höhepunkt zu Höhepunkt: Mit Rosemie Warth erlebten die Zuschauer beim vierten Internationalen Weihnachtsvarieté in der Wandelhalle ihr blaues Wunder im biederen Faltenkleidchen. Neben der "Naturkatastrophe" aus dem Schwabenländle sind selbst Zauberer, Akrobaten und muskelbepackte Breakdancer verblasst. Das Motto ihrer als Pausenfüller getarnten Comedyeinlagen: "Ich hab da mal was geprobt - wie blöd."

veröffentlicht am 10.12.2007 um 00:00 Uhr

Rosemie stellt Bad Nenndorf auf den Kopf: Das schwäbische Heißbl

Rosemie hat ihr Herz an Hans-Jörg verloren - zumindest bedankte sich die herrlich schwäbelnde Moderatorin mit einem Herzballon bei dem Anzugträger aus Reihe eins - der verdiente Lohn für zweieinhalb Stunden banges Warten auf den nächsten Übergriff der Comedykanone aus Heidelberg. Hans-Jörg war neben der Moderatorin unfreiwilliger Hauptdarsteller des Abends, leistete Hilfe beim Handstand, fungierte als Echo des Alphorns und letztlich als Schmusepartner im Finale. Er hätte es wissen müssen: Die erste Reihe war schon immer ein heißes Pflaster. Und das lag nicht allein daran, dass sich Akrobatin Bi Sun lasziv ihrer Gummihandschuhe entledigte. Heiß wie der wilde Süden fegte jedoch Rosemie als Trägerin der goldenen Dreckschaufel mit strengem Mittelscheitel und"dem Charme einer Feuerlöschdecke" durch die Reihen, klopfte Schuppen von Anzügen, vergab Assistenjobs, forderte Alpenstimmung und wählte immer wieder den Einen - ihren Hans-Jörg. Diesem verriet sie auch, warum Schwäbinnen keinen Tanga tragen: "Weil man daraus keinen Putzlappen machen kann." Rosemie muss es wissen: Schließlich habe sie ganz Paris einmal feucht durchgewischt. "Ich hab so viel Verkehr hinter mir", seufzte sie mit unschuldigem hornbebrilltem Augenaufschlag. Ob als Ballerina oder in Sadomaso-Aufmachung: Die Absolventin einer Früherziehungshäkelgruppe war weit mehr als nur eine witzige Ansagerin. Als diese zu Beginn einen Ausschnitt aus ihrem siebenstündigen Stepp-Programm präsentierte, indem sie Kräuterbonbons im Mund hin- und herkullern ließ, kreischte das Publikum vor Vergnügen. Rosemie kommentierte die Begeisterung gelassen: "Dann haben wir das mit der Stimmung schon mal hinter uns." Vollen Respekt zollte sie jedoch den Artisten: Einrad-Weltmeister Paul Chen flog über Treppen und Trampolin. Von der Straße auf die Bühne schafften es die drei Breakdance-Akrobaten von "Battle Beasts". Das magische Duo Roy Gardner und Butler James ließ Tauben verschwinden und Tseng-Hai-Sun sprang durch zwei Messerreifen. Doch Rosemie blieb die Allzweckwaffe. Die 42-Jährige kann singen, den sterbenden Schwan tanzen, Tuba spielen und dabei bestens unterhalten. Nicht zu vergessen: ihre Wandlungsfähigkeit - mal als "blaues Wunder" im Faltenkleidchen, dann wieder "das Gleiche in grün". All' dies ließ nur ein Fazit zu: "Schön, dass ich da bin." Diese Einschätzung der Künstlerin bestätigten die Zuschauer mit Beifall. Das Echo der zuvor geprobten Jodelrufe war noch lange nach der Vorstellung am Ausgang zu hören. Eine Wirkung, die laut Rosemie dem Varieté zu verdanken sei: "So ein Programm, da muss man ja erst mal drauf und drüber kommen." Veranstalter Tobias Rademacher freute sich über die gelungene Vorstellung. Der Erfolg von Rosemie überraschte ihn nicht: "Ich hab zwei Jahre darauf gewartet, sie zu kriegen."



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