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Am 25. August treten Peter Vogt und Heinrich Schnare in Wahrendahl an

"Rollende Nivea-Dose" kämpft beim Traktor-Pulling gegen Fiat-Power

Hohenrode (wm). Wenn am 25. und 26. August beim zwölften Traktor-Pulling in Wahrendahl unweit von Hemeringen zur Gaudi des Publikums die Ackermaschinen wieder Baumstämme bergauf ziehen, sind auch Peter Vogt aus Hohenrode und Heinrich Schnare aus Strücken wieder dabei. Wer es einmal gesehen hat, weiß, welches Spektakel ihn erwartet: Da bebt dieErde, wühlen sich gewaltige Reifen metertief in den Schlamm.

veröffentlicht am 20.02.2009 um 16:03 Uhr

Peter Vogt wühlt sich mit seinem New Holland durch den Schlamm.

Peter Vogt ist praktisch von Anfang an dabei mit drei Traktoren, zwei Hanomag-Ackerschleppern und einem New Holland (liebevoll wegen seiner blauen Farbe die "rollende Nivea-Dose" genannt), und hat inzwischen schon eine stattliche Sammlungen von Pokalen in seiner Vitrine im Wohnzimmer stehen - Platz zwei war bisher sein bestes Ergebnis. Heinrich Schnare aus Strücken ist im Vorjahr angetreten mit seinem (über) 150-PS-Fiat und räumte nach dem Motto "kam, sah und siegte" gleich den größten Pott seiner Klasse ab. Übrigens bei einer Veranstaltung, bei der viele Konkurrenten aufgegeben haben. Nach tagelangen Regengüssen war das "Pulling" zu einer wahren"Schlammschlacht" geworden, bei der sich viele Trecker regelrecht "eingegraben" haben. Die Spielregeln dieses Wettbewerbs für Landwirte lesen sich einfach, haben aber ihre Tücken. Es geht darum, einen Baumstamm (dessen Gewicht je nach Treckerklasse variiert) 100 Meter bergauf zu ziehen. Dabei darf die Kette, die den Baum zieht, in keinem Moment nach dem Anfahren durchhängen, auch ist es wichtig, den richtigen Gang zu finden, damit die Hinterräder genug Power auf den Boden bringen, ohne gleich durchzudrehen. Da hat sich schon mancher gewundert, wenn die Vorderräder des Traktors plötzlich in der Luft hingen. Sieger ist, wer seinen Baumstamm am weitesten gezogen hat. Bei mehreren "Full-Pulls" gewinnt der Schnellste. Der Witz der Geschichte im Zeichen der Allrad-Technik: Allrad ist verboten, wer trotzdem einen Trecker mit Allrad hat, muss den Allradantrieb ausschalten. Trecker, die nur mit Allrad laufen, starten außerhalb der Wertung als eigene Klasse. Damit alles mit rechten Dingen zugeht, steht in der Ausschreibung ausdrücklich: "Das Pulling-Team, sprich der Schiedsrichter, hat immer Recht! Basta!" Das Team schreitet vor allem dann sofort ein, wenn Gefahr für den Fahrer oder die Zuschauer droht, also der Trecker sich aufbäumt oder der Fahrer die Kontrolle verliert. Am Sonnabend, 25. August, geht es um 11 Uhr los, abends ab 19 Uhr steigt eine Party im Festzelt. Am Sonntag starten die Trecker bereits ab 10 Uhr, gegen 16 Uhr soll die Sieger-ehrung stattfinden. Entstanden ist das Traktor-Pullingübrigens durch eine Dorf-Wette. Der Wahrendahler Landwirt Johannes Rüthers hatte sich einen alten Lanz-Traktor gekauft und den Oldtimer liebevoll wieder in Schuss gebracht - ein Schmuckstück, das bald jeder im Dorf kannte. Beim Bier - wo sonst - wetterte Heinz-Jürgen Voß, dass der Lanz gegen seinen Fiat-Traktor in Sachen Zugkraft nicht den Hauch einer Chance hätte. Das Pulling war geboren, schon 1996 drängten sich die Zuschauer, um den Ausgang der Wette zu erleben. Gewonnen hat übrigens die Einzylinder-Schubkraft des Oldtimers gegen die 40-Fiat-PS. Inzwischen sind es Tausende, die zur Kult-Veranstaltung nach Wahrendahl strömen.

Hier ist Heinrich Schnare unterwegs. Fotos: pr.
  • Hier ist Heinrich Schnare unterwegs. Fotos: pr.

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