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Aktuelles Interview mit dem neuen Coach des SC Rinteln / Vorhandenes Potenzial in den nächsten Jahren ausreizen

Rolf Bartram: "Die Lage ist wirklich sehr bedrohlich!"

Fußball (jö). Mit der Rückkehr von Rolf Bartram auf die Trainerbank des SC Rinteln schließt sich der Kreis. Vor vier Jahren ließ der Verein das Arbeitsverhältnis mit ihm auslaufen, weil ein sechster Tabellenplatz die Verantwortlichen nicht befriedigte. Rolf Bartram hatte in seiner dreijährigen Tätigkeit kontinuierliche und vergleichsweise solide Aufbauarbeit geleistet. Zum ersten Mal seit vielen Jahren hatte die Mannschaft des SC Rinteln zu dieser Zeit wieder ein Gesicht und einen Kern heimischer Spieler mit Wiedererkennungswert. Seine Erfolge wurden durchaus anerkannt, waren für die hochgesteckten Ziele desVereins seinerzeit aber nicht attraktiv genug.

veröffentlicht am 25.03.2008 um 00:00 Uhr

Rolf Bartram sieht eine verunsicherte Rintelner Mannschaft. Dazu

Während Rolf Bartram danach in Nordrhein-Westfalen trainierte und dabei weiterhin gute Ergebnisse verbuchte, setzte beim SC Rinteln die Phase einer rasanten Personalfluktuation ein. Der neue Trainer Uwe Oberländer brachte etliche Spieler mit, scheiterte letztlich aber. Sein Nachfolger Ulf Netzeband schaffte es noch weniger, aus der Vielzahl der neu verpflichteten Spieler eine homogene Mannschaft zu formen. Rinteln qualifizierte sich zwar zwischenzeitlich für die Bezirksliga, doch mit dem Rücktritt von Ralf Fehrmann darf der Kurs des laufenden personellen Umbruchs als endgültig gescheitertbetrachtet werden. Aktuell steckt der SC Rinteln im Abstiegskampf, der Trainer hat hingeschmissen und auch die sportliche Leitung wurde ausgetauscht. Dass mit Rolf Bartram nun ausgerechnet ein Mann den Abstieg verhindern soll, dessen Ziele einst als nicht ehrgeizig genug eingestuft wurden, ergibt ein abgerundetes Bild. Sollte er den Klassenerhalt tatsächlich schaffen, wird der SC Rinteln danach wieder in ein solideres Fahrwasser kommen. Trainer und Management scheinen sich absolut einig zu sein. Wir unterhielten uns mit dem neuen Trainer des SC Rinteln, der selbst zwölf Jahre lang im Mittelfeld der Weserstädter spielte. Hatten Sie mit Ihrem Wiedereinstieg beim SC Rinteln gerechnet? Nein,überhaupt nicht. Die Anfrage kam quasi über Nacht und man gab mir nur 24 Stunden Bedenkzeit. Das konnte ich allerdings verstehen. Der Verein wollte kein Vakuum entstehen lassen. Wie schätzen Sie die Lage im Abstiegskampf ein? Lassen wir die Fakten sprechen: Der SC Rinteln hat in 17 Spielen nur 13 Punkte geholt. Das Tabellenbild ist schief, aber der Abstand zum Mittelfeld beträgt mindestens fünf Punkte. Unser derzeitiger zwölfter Tabellenplatz täuscht. Klein Berkel hat vier Spiele weniger als wir und dürfte selbst bei begrenzten Erfolgen an uns vorbeiziehen. Drei Mannschaften steigen ab, der Viertletzte geht in die Relegation. Wir wollen nicht dabei sein, aber die Lage ist wirklich sehr bedrohlich. Sie haben zuletzt einige Heimspiele des SC Rinteln gesehen. Wie war Ihr Eindruck? Der diesjährige Auftakt mit den zwei Heimniederlagen gegen Nienstädt und Evesen tat natürlich weh. Dass die Mannschaft zuletzt in Hiddestorf trotz einer guten Einstellung erneut erfolglos blieb, ist doppelt bitter. Und die Eindrücke beim ersten Training? Die Mannschaft scheint körperlich gut drauf zu sein, wirkt aber verunsichert. Wir müssen berücksichtigen, dass viele junge Leute dabei sind. Außerdem schwächen uns die Verletzungen von Nils Rinne, Andre Dos Santos und Nico Schweppe aus der Hallenrunde. Die Trainingsbedingungen sind übrigens unter aller Würde. Wir haben nur noch eine Notbeleuchtung und müssen uns auf einem schmalen Streifen bewegen. Angenommen, der Klassenerhalt gelingt tatsächlich. Wie sieht die Strategie des SC Rinteln über den Sommer hinaus aus? Ich arbeite in diesem Punkt schon intensiv mit unserem sportlichen Leiter Heiko Ruhe zusammen. Vieles wird anders sein. Unser Ziel ist es zunächst, die bestehende Mannschaft zusammen zu halten und ihr Potenzial auszureizen. Wir haben drei vier Talente in der zweiten Reihe, die A-Jugend spielt in der Bezirksoberliga - wo steckt da das Problem? Sollten uns einzelne Spieler verlassen - und das ist erfahrungsgemäß immer der Fall - werdenwir nur diese Lücken mit neuen Leuten auffüllen. Bei den Neuzugängen schauen wir uns aber nicht vornehmlich in höheren Klassen, sondern vielmehr im näheren Umfeld um. Und noch etwas: Die neuen Leute müssen die alten Stammspieler mit guten Leistungen verdrängen, nicht umgekehrt. Sie trainierten zuletzt den Bezirksligisten TuS Sonneborn. Wie war die Zeit in Ostwestfalen-Lippe? Interessant, weil ich viele neue Erfahrungen gemacht habe. Dort wird ein körperbetonterer Fußball gespielt. Zuletzt war es allerdings schön, mal nicht in der Verantwortung zu stehen.



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