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70 Liter pro Stunde auf einen Quadratmeter / Absackungen in der Böschung des Bahndamms

Röhrkasten: Hochwasserschutz hat Vorrang

Röhrkasten (sig). Auch die Einwohner einer der kleinsten Ortschaften im Schaumburger Land haben ihre Wünsche und Anliegen zum Jahreswechsel. Beim Ortsvorsteher Karl-Heinz Struckmeier laufen die Drähte zusammen. Ihm werden die Sorgen vorgetragen wie vorher seinem Vorgänger und Namensvetter Heinrich Struckmeier. Und in Röhrkasten steht auf dem Wunschzettel für 2008 ganz oben der Hochwasserschutz. "Uns alle hat das letzte Hochwasser beim vergangenen Pfingstfest hoch geschreckt", sagte der amtierende Ortsvorsteher unserer Zeitung. Und jetzt sei es endlich an der Zeit, eine Gefahrenquelle zu beseitigen, die damals die heranströmenden Wassermassen nicht mehr fasste. Er habe genau gemessen, dass bei diesem Sturzregen in einer Stunde 70 Liter Wasser auf den Quadratmeter fielen. So lange seine Erinnerung reiche, habe es das nicht gegeben.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Karl-Heinz Struckmeier

Wer dieörtlichen Verhältnisse kennt, weiß auch, dass solche Wassermassen die Ackerbeeke überfordern. Dieser Bachlauf beginnt unterhalb des Krainhäger Sportplatzes; er wird verrohrt unter der Weststraße hindurchgeführt. Nach dem Baugebiet "Im Sieke" durchfließt die Ackerbeeke das 2002 angelegte Regenrückhaltebecken im Bereich von "Harms Busch". Den weiteren Weg nimmt der Bach dann im Bereich Lindenstraße und Breslauer Straße. Die Krux ist, dass er auf seinem unterirdischen Weg durch zwei Betonröhren von je 80 Zentimeter Durchmesser auf ein nur 60 Zentimeter messendes Rohr trifft. Karl-Heinz Struckmeier: "Der dadurch bei starkem Regen entstehende Rückstau setzt zunächst ein Gebäude an der Bachstraße unter Wasser, aber auch die dahinter liegenden Grundstücke sind gefährdet." Die Hochwassergefahr könne, so der Ortsvorsteher, deutlich gemindert werden, wenn der Bürgersteig der Bachstraße aufgenommen würde und man dort die verengte Stelle beseitigte. Das sei zweifellos der kritischste Punkt der Oberflächenentwässerung in Röhrkasten. Eine zweite Problemstelle sei beim letzten Hochwasser aufgetreten. Im Bereich der Getränkefirma Anke sei unterhalb des dort vorhandenen Biotops die viel befahrene Kreuzung großflächig überschwemmt worden. Auchüber dieses Problem müsse sich die Stadt Gedanken machen. In Sachen Straßenbau sei, so Struckmeier, der von der Röhrkastener Straße abzweigende Berlitzweg an der Reihe. Dort gebe es zahlreiche ausgefahrene Stellen, die immer wieder ausgebessert wurden. Inzwischen sei es Zeit, hierfür eine brauchbare Lösung zu finden. Dazu müsse aber erst der Untergrund untersuchtwerden. Ganz gespannt sei man in Röhrkasten, wie es mit der weitgehend stillgelegten Bahnstrecke der Rinteln-Stadthagener Eisenbahn weitergeht, gab Struckmeier noch zu bedenken. Die Besitzer anliegender Flächen hätten bereits abgesackte Stellen am Bahndamm entdeckt.

Meistens eine plätschernde Idylle, aber zuweilen auch ein reißen
  • Meistens eine plätschernde Idylle, aber zuweilen auch ein reißender Strom: Wenn es aus den sprichwörtlichen Kübeln gießt, ist die Ackerbeeke schnell überfordert. Fotos: sig
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