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Rintelns Konditormeister Willi Kirsten hat vor 50 Jahren die Rezeptur entwickelt

Rintelner "Weserkies" kommt zu Ostern sogar in den USA auf den Tisch

Rinteln (ur). Nahezu täglich konnte man in den letzten Wochen beim Zappen durch die Fernsehkanäle Werbung für Marzipanostereier und Osterhasen entdecken - und sicher haben auch viele sich von diesen Lockrufen überzeugen lassen.

veröffentlicht am 22.03.2008 um 00:00 Uhr

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Einigermaßen immun gegen derlei Verführungen sind allerdings die Anhänger einer traditionsreichen Rintelner Konditoren-Spezialität, die schon genau wissen, was sie sich selbst und ihren Freunden neben dem obligatorischen Hasen und den bunt bemalten Eiern in das Osternest legen - kleine oder größere Gebinde mit Weserkies nämlich. Diese Köstlichkeit ist eine handwerklich hergestellte Pralinenmischung der besonderen Art, die aus hochwertigen Zutaten wie feinste Schokolade, Nugat, Mandeln, Nüssen und Marzipan hergestellt wird und sogar beim Patentamt in München als "gesetzlich geschützt" angemeldet wurde. Die Rezeptur hat vor nunmehr 50 Jahren der Rintelner Konditormeister Willi Kirsten als damaliger Chef des "Café Sinke" am Marktplatz entwickelt. Mit der Übernahme des Lokals im Jahre 1979 übernahm Konditormeister Peter Probst nicht nur das Rezept für den "Weserkies", sondern baute auch den Vertrieb noch weiter aus: Viele Exil-Rintelner ließen sich die anspruchsvolle Leckerei sogar bis ins Ausland nachschicken - als süßen Gruß aus der Weserstadt. Nachdem Probst 2004 in den Ruhestand ging und sich ans Steinhuder Meer verabschiedete, schien die Ära des Weserkies vorbei zu sein, da der Nachfolger andere konzeptionelle Überlegungen hatte. Die anhaltende Nachfrage aber führte dazu, dass Probst aus dem Ruhestand heraus eine neue Vertriebslinie aufbaute: "Zum Glück kann ich die Produktion in der Konditorei meines Schwagers betreiben und für die bewährte Qualität garantieren." In der traditionsreichen Rintelner Kaffeerösterei Niemeyer am Kirchplatz fand der Pralinenmacher den passenden Partner, und seitdem werden wieder rund 1000 Kilogramm im Jahr an Leckermäuler in aller Welt verkauft. Selbst aus den USA kommen Anfragen - und zu Ostern gibt es wie zu Weihnachten stets eine zusätzliche Belebung des Geschäfts. "Kiesel gibt es in vielen touristischen Zentren - den Weserkies aber nur hier", schwärmt Probst. Bei den "Kieseln handelt es sich zumeist um dragierte Süßigkeiten aus hartem Zucker, während der "Kies" ausschließlich aus Materialien der feinen Confiserie besteht. Seit inzwischen 50 Jahren ein Stück Heimat zum Genießen.



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