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Gewerkschafter und Kirchen warnen vor Aushöhlung des Schutzes der Feiertage

Rintelner Rat entscheidet heute über umstrittene Messe-Regelung

Rinteln (ur). Einiges an Ungemach sehen die Rintelner Gewerkschaftler angesichts der Terminierung der Mai-Messe 2008 auf die Beschäftigten des Einzelhandels zukommen.

veröffentlicht am 22.03.2007 um 00:00 Uhr

Im Stadtrat soll heute beschlossen werden, im kommenden Jahr das historische Volksfest um einen Tag zu verlängern, da der 1. Mai auf den Donnerstag vor der Messe fällt - die Messe würde dann also vom 1. bis zum 5. Mai über fünf volle Tage für Trubel in der Innenstadt sorgen. Die Befürchtung der Rintelner Ortsverbände von ver.di und DGB: "In Anbetracht der weitgehenden Regelungen des neuen Ladenschlussgesetzes ist es dann nur ein kurzer Schritt zu einem Antrag des Einzelhandels auf Verkaufsöffnung am 1. Mai 2008." Der erste Mai als traditioneller Feiertag der Arbeit - Ladenöffnungen ausgerechnet an diesem Tag rufen die Arbeitnehmerorganisationen verständlicherweise in besonderer Weise auf den Plan: "Bei einem kirchlichen Feiertag würden sich die örtlichen Gemeinden ja wohl auch nicht eine Verkaufsöffnung ohne Widerspruch gefallen lassen!" Marktmeister Jürgen Pleitner indessen sieht bei allem Verständnis für diese Befürchtungen keinen Grund dafür: "Schließlich ist der 1. Mai weiterhin gesetzlicher Feiertag - und diese werden ja auch nach dem neuen Ladenschlussgesetz erhalten bleiben." Eine weitere "Messe-Erweiterung" steht bereits in diesem Herbst an. Das in Nordrhein-Westfalen als gesetzlicher Feiertag verankerte "Allerheiligen" fällt nämlich auf den Donnerstag vor der Herbstmesse. Würden also die Anlieger aus den Nachbarkreisen jenseits der Landesgrenze wie eh und je zum "Westfalentag" in Rinteln auflaufen, kämen sie ansonsten mitten in die Aufbauarbeiten für die Messe hinein - "und das könnte natürlich nicht im Sinne der Rintelner Geschäftswelt sein", merkt dazu Pleitner an. ImÜbrigen fällt der 1. Mai 2008 auch noch auf den Himmelfahrtstag, womit ohnehin ein gemeinsamer Feiertag verloren geht: "Mit der Messe ab Mittag könnten wir uns im Interesse der Schausteller und des Publikums wohl abfinden, aber von kirchlicher Seite werden wir es nicht begrüßen, wenn Himmelfahrt in Rinteln auch noch verkaufsoffen wäre - zu Lasten der Beschäftigten im Einzelhandel, aber auch zum Schaden der gesellschaftlichen Gemeinsamkeit, die dadurch verloren geht." Im übrigen erwarte man trotz des gegenwärtigen Druckes auf die Wahrung der Feiertage eine Rückbesinnung auf jene Werte, die sich einem ständig wachsenden Konsum entgegenstellen. Für die Gewerkschaften in Rinteln fassen das Klaus Tadge und Hans Jürgen Niemeier in einem gemeinsamen Appell an den Rat so zusammen: "Wir lehnen eine Sonderregelung zur Erweiterung der Ladenöffnungszeiten am 1. Mai 2008 ab und bitten, von einer entsprechenden Rechtsverordnung gemäß Paragraph 14 Ladenschlussgesetz Abstand zu nehmen."



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