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Produkt sichert hoch empfindliche Kameras / Tipps von Astronaut Thomas Reiter

Rinteln im Weltall: Polyform fertigt Schaumstoffeinlagen für "NASA-Tasche"

Rinteln (who). Wenn Ende dieses Jahres das europäische Weltraumlabor Columbus an die Internationale Raumstation ISS andockt, werden auch Produkte aus Rinteln mit an Bord sein. "Es sind passgenaue Schaumstoffeinlagen, die wir entwickelt und gefertigt haben", erklärt Hans Kortemeier, Verkaufsleiter für Industrietechnik bei der Polyform GmbH& Co. KG.

veröffentlicht am 09.02.2007 um 00:00 Uhr

So etwa werden die Schaumstoff-einlagen aussehen, die Hans Korte

Das auf Schaumstoffprodukte spezialisierte Unternehmen, das in diesem Jahr 30 Jahre alt wird, hatte im Gefolge der Verpackungsmesse Nord in Bremen vom November 2006 einen Auftrag vom Orbital-Hochleistungszentrum Bremen (OHB) bekommen. "Es geht zwar nicht um große Stückzahlen, aber trotzdem um ganz besonders wichtige Dinge", erklärt Kortemeier weiter. Die Einlagen aus Polyethylenschaum sind mit einem besonderen Brandschutzmittel ausgestattet und sollen als Bestandteil einer so genannten "NASA-Tasche" hoch empfindliche Kameras und Messgeräte sichern. Dr. Marco Berg vom OHB, das für die amerikanische und europäische Raumfahrt arbeitet, war während der Messe auf die Rintelner Schaumstoffspezialisten aufmerksam geworden. Die mussten im Grunde nur in ihr umfangreiches Musterarsenal greifen und konnten fast auf Anhieb die passenden Teile in der entsprechenden Materialausführung liefern. Er sei persönlich nach Bremen gefahren, um für diesen Auftrag die Wünsche des Raumfahrtzulieferunternehmens entgegenzunehmen, berichtet Kortemeier. Der deutsche ESA-Astronaut Thomas Reiter hat dem Polyform-Verkaufsleiter dabei persönlich erklärt, worauf es bei den Schaumstoffeinlagen ankommt: "Vor allem ohne Ecken und scharfe Kanten sollten sie sein, damit ich mir nicht meinen Raumanzug aufreiße..." Der erste Auftrag für ein Stück Rinteln im All muss sehr zufriedenstellend gelaufen sein, denn, so Kortemeier: "Das nächste Projekt ist bereits angelaufen und weitere sind in Planung." Deshalb wird er nicht das letzte Mal nach Bremen gefahren sein, wobei er neben den geschäftlichen Belangen auch weitere interessante Eindrücke über Astronauten-Interna mitgebracht hat. Etwa, dass die Verkabelung in der ausgestellten russischen Sojus-Kapsel recht spartanisch ausgefallen ist oder dass die Astronauten aus ganz praktischen Gründen in Windelhosen auf den Flug gehen. Die simple Erklärung von Thomas Reiter: "Eine Toilette gibt's erst wieder auf der Station..."

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