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Ratskeller, Biergarten, Scheune: Stadion-Atmosphäre beim "Public Viewing"

Rinteln im Fußballfieber: EM-Babys sollen Lukas und Miroslav heißen

Rinteln (ur). Wo immer beim ersten EM-Spiel der deutschen Fußballnationalmannschaft Gastwirte oder Sportvereine die Möglichkeit angeboten haben, das Match gemeinsam vor der Beamer-Leinwand oder dem Großbildschirm zu erleben, fanden sich schnell einige Dutzend Fußballfreunde ein, die dort fast schon so etwas wie Stadion-Atmosphäre schufen - mit Tröten und Fahnen, mit Fan-T-Shirts, Perücken oder geschminkt in den Farben Schwarz-Rot-Gold. Auch die Bedienungen zollten König Fußball ihre Reverenz, servierten die Tabletts mit den Drinks auch schon mal im kessen Dress der Nationalelf oder doch zumindest mit einer Fußballkappe auf dem Kopf.

veröffentlicht am 10.06.2008 um 00:00 Uhr

Flaggen schwingen und Fans singen: In der Extener Scheune fieber

In Exten, wo sich das "Public Viewing" im dörflichen Ambiente einer Scheune abspielt, konnte Fußballwirt Heiner Stock mit seiner Crew sogar Ortsbürgermeister Torsten Kretzer begrüßen, obwohl dieser gerade die Hochzeitsnacht hinter sich gebracht hatte: Als hier Lukas Podolski den Ball zum 1:0 ins Tor brachte, feierten die Extener dies, als ob gerade wieder mal die Schlacht gegen Napoleons Truppen im Exterfeld siegreich geschlagen worden wäre. Für gelassene Entspanntheit sorgten Sandra und Anna Kunze vor ihrem Bistro "Cho's" auf dem Kirchplatz bei den überwiegend weiblichen Fußballfans. Angesichts der schwülen Witterung purzelten die Eiswürfel hier gleich eimerweise in die Gläser, während mit allerhand Fan-Utensilien das Geschehen auf dem Bildschirm je nach Lage jubelnd oder stöhnend begleitet wurde. Im urigen Kellergewölbe des Ratskellers herrschten trotz aller gebotenen Hektik ausgesprochen angenehme Temperaturen. Hier erwarteten natürlich alle ein Schützenfest der Tore, hatte man doch seitens der Geschäftsleitung für jedes deutsche Tor ein Hartinger ausgelobt, sofern sich die Gäste am Europameister-Teller gestärkt hatten, den die Küche für dieses Ereignis entwickelt hatte. Übrigens fiel dort an diesem Abend vielleicht schon eine gewichtige Vorentscheidung - wenn schon nicht für das Turnier, dann zumindest für das Leben eines kleinen Erdenbürgers, der programmgemäß in dieser Woche zur Welt kommen soll, beim "Public Viewing" die Emotionen aber nur gut abgefedert durch den mütterlichen Leib mit bekam: Sandra Hofmeister jedenfalls denkt schon daran, ihren Sohn mit dem Namen Miroslav auf den grünen Rasen des Lebens zu schicken, während der künftige Vater Marco Schauer sich auch vorstellen kann, den jungen Mann als Lukas antreten zu lassen! Gemeinsamer Wunsch der beiden: "Hoffentlich fällt das nächste Spiel nicht auf den Geburtstermin - im Kreißsaal kriegt man ja sonst gar nichts mit!" Obwohl alle Veranstaltungen recht gut besucht waren, wurde es nirgendwo eng - was sicher daran lag, dass kaum eine Gaststätte in der Altstadt darauf verzichtet hatte, die Spiele live zu bieten. Nach derüberstandenen Schlacht blieb in Rinteln alles entspannt - und auch, als einige Fußballfans in der Bäckerstraße nach dem Abpfiff eine wahre Trommelorgie inszenierten und ein Bodenfeuerwerk entzündeten, blieb alles im grünen Bereich. Man muss ja auch mit den Kräften haushalten, dass es bis zumEndspiel reicht - daran jedenfalls glaubten wohl die meisten nach dem 2:0-Erfolg!

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