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Über 5000 Menschen bejubeln ein Festival der Sinne, dargeboten von der Big Band der Bundeswehr

Rinteln hatte schon ein Sommermärchen 2008!

Rinteln. Zunächst schauten die Veranstalter etwas sorgenvoll auf den Marktplatz, denn noch am frühen Mittwochabend verloren sich vor der gigantischen Bühne der Big Band der Bundeswehr nur einige wenige hundert Menschen, doch gegen 20 Uhr füllte sich der Platz zusehends, und als ziemlich exakt um 20.30 Uhr Oberstleutnant Christoph Lieder als Chef vom Ganzen die ersten Takte vorgab, da waren es wohl tatsächlich die erwarteten 5000 Zuhörer und mehr, die sich da erwartungsvoll in der "guten Stube" der Weserstadt drängten und von Thomas Ernst im Stil eines souveränen Einheiz-Moderators auf den Abend eingestimmt wurden.

veröffentlicht am 20.06.2008 um 00:00 Uhr

Nicht nur im Duett mit viel Gold in der Kehle: Ralph Winter und

Autor:

Ulrich Reineking

Die Erwartungen im Publikum, sie waren offensichtlich hochgesteckt - und wurden in einer mitreißenden Revue der swingenden und rockenden Lebensfreude samt und sonders übertroffen. Nach einem klassisch-beswingenden Auftakt entführten Lieder und seine Mannen danach mit einem Henry- Mancini-Medley in die große Zeit der Hollywood-Filmmusik, bevor dann die ebenso schöne wie bühnenpräsente Bwalya Chimfwembe den Marktplatz mit "Route 66" und anderen Klassikern derart rockte, dass der Nachbar des Verfassers dieses Beitragsbeim Betrachten ihres Gesichtes auf der Großbildleinwand an der Bühnenseite immer wieder hingebungsvoll seufzte: "Was für ein Mund... Und was für eine süße Zahnlücke!" Als die Sängerin dann nach einem emphatischen "Georgia on my mind" auch noch die Hits von Amy Winehouse intonierte, geriet halb Rinteln ins wohlige Schwärmen - wer wollte da nicht ganz spontan aufseufzen "When a man loves a woman"? Und schon spielte die Band mit sehr viel Sinn für den musikalischen Spannungsbogen auch noch diesen Song. Anschließend begab sich Moderator Thomas Ernst mit seinem Tross ins Publikum - und landete dabei irgendwann auch auf dem Balkon des Schreibers dieser Zeilen - gefolgt von Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz und Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier, die wie zuvor schon Frank Lohmann von der Feuerwehrjugend Stimmung machten für die Geldsammlung zugunsten des Jugendzeltlagers der Brandschützer und des Kinderheims in Rehburg-Loccum. Nach diesem Intermezzo ging die Show auf der Bühne weiter mit einem Queen-Medley vom Allerfeinsten, wie man schon mal sagt, wenn einem die passenderen Worte fehlen. Im stimmgewaltigen Vokalisten Ralph Winter stand der Big Band dabei ein Freddy-Mercury-Interpret zur Verfügung, der durchaus auch optisch einige Ähnlichkeit hatte mit dem Superstar in seinen etwas moppeligeren (und somit besseren) Tagen. Sein völlig unangestrengtes "We will rock you" gab der Kulisse des Platzes im spätabendlichen Lichtermeer der Laser-Produktion eine geradezu charismatische Atmosphäre und als dann auch noch Bwalya Chimfwembe dazu kam und "We are the Champions" erklang, herrschte kollektives Gänsehaut-Feeling: Jetzt hatte auch Rinteln sein Sommermärchen 2008! Dassüber alledem von Sponsoren und Besuchern auch noch über 20 000 Euro für die beiden guten Zwecke aufgebracht wurden, ließ Rinteln damit auf Platz 1 der Städte dieser Tour rutschen. Feuerwerk und Flitterregen - das war's: Hätte die Band jetzt noch auf die Rufe nach weiteren Zugaben reagiert - die Nacht wäre wohl so lang geworden, dass es dem kleinstädtischen Nachbarschaftsfrieden nicht zuträglich gewesen wäre. "Wir kommen ja wieder", riefen die Musiker dem begeistertem Publikum zum Abschied zu. Na hoffentlich! Der jähe Schluss gab auch den heimischen Wirten noch Gelegenheit, etwas Umsatz zu machen: Am Nachmittag war es ihnen nämlich zu ihrem Leidwesen bei bestem "Draußen-Wetter" untersagt worden, ihre Stühle auf dem Marktplatz zu positionieren, obwohl Platz genug gewesen wäre: "Wir hätten dann eben um 17 Uhr den Ausschank eingestellt und die Tische abgeräumt", meinten einige Gastronomen verärgert - so war dieser tolle Tag an ihren Kassen fast vorbeigegangen. Übrigens: Auf der Messe sieht man gelegentlich Schilder mit dem Karriere-Tipp "Junge Leute zum Mitreisen gesucht". Ähnliches gab es auch beim Big-Band-Gastspiel: Wenige Schritte von der Bühne entfernt befand sich die mobile Laufbahnberatung. Ob jemand tatsächlich dort schon mal Freiflüge nach Afghanistan oder anderswo in der großen weiten Welt der vorgezogenen Landesverteidigung gebucht hat?



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