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Rinteln bleibt „Anker“ für Gesamtklinikum

Rinteln (ll). Trotz der seit Jahren sinkenden Fallzahlen im Kreiskrankenhaus Rinteln sieht der Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft, Claus Eppmann, keinen Grund, die Berechnungen für das geplante Großklinikum in Vehlen zu überarbeiten. Das hat Eppmann im Gespräch mit unserer Zeitung bestätigt.

veröffentlicht am 26.10.2011 um 14:10 Uhr
aktualisiert am 06.12.2012 um 14:12 Uhr

Zwar liege das Krankenhaus in Rinteln „nicht im Plan“, dennoch würden sich die sinkenden Fallzahlen für das neue Klinikum in Vehlen nicht bemerkbar machen. Laut Geschäftsführer haben die Krankenhäuser in Rinteln, Bückeburg und Stadthagen insgesamt fast 22 000 stationäre Aufnahmen pro Jahr zu verzeichnen. Für das Klinikum Schaumburg sei „unter Berücksichtigung kaufmännischer Vorsicht“ zunächst eine Fallzahl von 21 000 in die Planungen eingeflossen.

Seit Jahren sei ein Abwärtstrend der Fallzahlen bezüglich der stationären Aufnahmen festzustellen. Für das laufende Jahr hat der Klinikbetreiber ProDiako mit einer Fallzahl von 4300 gerechnet. Erreicht werde 2011 aller Voraussicht nach lediglich eine Fallzahl von 4000. Hinzu kämen, so Eppmann, für das Krankenhaus in Stadthagen eine Fallzahl von 8800. Für das Krankenhaus in Bückeburg rechne der Betreiber mit rund 9000 stationären Aufnahmen. Die geplanten Zahlen für Bückeburg und Stadthagen werden im Gegensatz zum Standort Rinteln laut Eppmann erreicht.

Dass, wie unsere Zeitung berichtete, bereits viele Rintelner für die stationäre Behandlung in die Kliniken nach Hameln oder Minden überwiesen werden, hat laut Eppmann keine Auswirkungen auf das neue Großklinikum. „Das Potenzial hat sich nicht verändert“, so der Geschäftsführer. Der Standort Rinteln sei weiterhin als „ein Anker“ für das neue Klinikum anzusehen.

Gleichwohl räumte Eppmann ein, dass die drei Krankenhäuser im Landkreis bis zur Inbetriebnahme des neuen Klinikums die im Konsortialvertrag vereinbarte Defizitgrenze von 14,1 Millionen Euro überschreiten werden. Betreiber ProDiako müsse das überschrittene Defizit abdecken. Deshalb müssten die Fehlbeträge in den drei Krankenhäusern in Zukunft so gering wie möglich gehalten werden, erklärte Eppmann.

Die Zahl der stationären Aufnahmen in Rinteln hat sich innerhalb von sieben Jahren um mehr als ein Drittel verringert. Im Jahr 2004 war noch eine Fallzahl von 6427 erreicht worden, 2006 belief sich die Zahl auf 5192, im Jahr 2008 waren es 5234. Aktuell sind es 4000. Trotzdem gelte es, „die Kontinuität der Versorgung in Rinteln sicherzustellen“, sagte Eppmann.

Dazu würden unter anderem Gespräche mit niedergelassenen Ärzten geführt, um weiterhin Überweisungen ins Krankenhaus nach Rinteln zu erwirken. Über die jüngste Kritik an der möglichen Rechtswidrigkeit des Raumordnungsverfahrens für den Klinikum-Standort Vehlen will sich Eppmann derzeit nicht äußern. „Die Zuständigkeit liegt bei der Genehmigungsbehörde“, sagt er. Und das sind die Stadt Obernkirchen und der Landkreis Schaumburg.

Der Geschäftsführer der Krankenhausprojektgesellschaft sieht überdies die Eröffnung des neuen Klinikums wie geplant im September 2014. Nach Eppmanns Aussage könne ab Mai nächsten Jahres mit dem Bau begonnen werden. Die endgültige Baugenehmigung erwartet der Geschäftsführer für Ende dieses Jahres.



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