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Dachstuhl der Windmühle mit Richtkranz gekrönt / 15-Tonnen-Kappe Nachbildung des Originals

Richtfest für ein wahrhaft "gewaltiges Werk"

Rodenberg (bab). Mit dem Müllergruß "Glück zu" hat Bauleiter Andreas Schmiel von der Mühlenbaufirma Pätzmann den Richtspruch für das Mühlendach gekrönt. Das Richtfest für die Mühlenhaube wurde im kleinen Kreis von Vertretern des Trägervereins, dem Bürgermeister und der Stadt gefeiert.

veröffentlicht am 04.07.2008 um 00:00 Uhr

Kurz bevor der Richtkranz aufgesetzt wird, legt Matthias Viecke

Die Fertigstellung des Dachstuhls ist bei einem Richtfest gewürdigt worden. Die Interessengemeinschaft zum Erhalt der Rodenberger Windmühle hat das Ereignis mit einer Feierstunde begleitet. Auch Mühlenbauer Rüdiger Hagen war vor Ort und konnte interessante Details über die Rodenberger Mühle erzählen. "Die Kappe ist so gebaut, dass sie jederzeit als betriebsfähig umgebaut werden könnte", sagte Hagen. Das Dach ist eine genaue Kopie des abgebrannten Vorgängers und wird festgesetzt. Wie zuvor wird diese Version nicht drehbar sein. Bis das neue Dach per Kran auf das Mauerwerk gehoben wird, müssen die Handwerker es am Boden komplett fertigstellen. Es wird verschalt und mit Bahnen aus Dachpappe eingedeckt. Auch wenn dies nicht die optisch ansprechendste Möglichkeit sei, entspreche es der üblichen Bauweise. "Es ging damals ja nicht um Schönheit", sagt Hagen zu der 1850 erbauten Mühle. Es sei lediglich wichtig gewesen, dass sie ihre Funktion erfülle. Aber gerade funktionell war die Rodenberger Mühle nicht besonders tauglich. Drei Jahre nach Errichtung wurde sie um rund 2,50 Meter erhöht, um den Durchmesser der Kappe verkleinern zu können und sie damit besser drehbar zu machen, so Hagen. "Sie war nicht so professionell gebaut. Die Kappe war wahnsinnig groß und schwer." Ein Mühlenbaueraus Loccum sei angeheuert worden, um die neue Haube zu fertigen. Ursprünglich musste die Kappe mit einem sogenannten Steert bewegt werden. Mit einer Winde hatte sie der Müller damit selbst in die herrschende Windrichtung gedreht. Später wurde die Rodenberger Mühle noch einmal umgebaut und mit einer Windrose versehen, sodass sich die Haube selbst in den Wind drehen konnte. Wie die Vorfahren diese Arbeiten wohl erledigt haben, fragten sich gestern die Gäste des Richtfestes. Die neue Kappe wiegt rund 15 Tonnen. Momentan sieht sie aus wie ein umgestülpter Schiffsrumpf. "Man nennt sie auch bootförmige Kappe im Gegensatz zu den normalen Zwiebelkappen", gab Hagen den Assoziationen der staunenden Gäste recht. "Ich freue michüber dieses gewaltige Werk", drückte Bürgermeister Günter Altenburg seine Gefühle aus. Er freue sich besonders, dass das komplette Wahrzeichen bald wieder von der Innenstadt aus zu sehen sein werde.

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