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Vor Gericht: Fünf Jahre und vier Monate Haft für den letzten Panzerknacker von Steinbergen

Richter sieht "erhebliche kriminelle Energie"

Steinbergen/Bückeburg (ly). Mit vor Scham gesenktem Blick hört er das Urteil. Fünf Jahre und vier Monate Haft soll der Panzerknacker von Steinbergen verbüßen, die Quittung für schweren Bandendiebstahl in fünf Fällen, wobei es zweimal beim Versuch geblieben ist. Lange wird der Rumäne von seiner Familie getrennt sein. Die Ehefrau ist extra angereist,um ihrem Mann beizustehen.

veröffentlicht am 05.01.2008 um 00:00 Uhr

Unter Tränen hatte der 37-Jährige in seinem Schlusswort ("Es tut mir leid") Bedauern geäußert. Doch da war nicht mehr viel zu retten. Allein auf sein Konto gehen 16 Straftaten, zusammengefasst in fünf Komplexen. Die Reue und das Geständnis werden im Plus verbucht. Womöglich muss der Rumäne noch viel länger in Haft bleiben. Während der gestrigen Urteilsverkündung am Bückeburger Landgericht wurde bekannt, dass in Rotenburg (Wümme) bereits der nächste Prozess wartet. Angeklagt sind dort neun Fälle von Bandendiebstahl, dem Vernehmen nach ähnliche Taten. Wie professionell die sechsköpfige Bande vorgegangen ist, mit welcher der Rumäne im Landkreis Schaumburg unterwegs war, zeigt das Beispiel aus Steinbergen. Ende Mai 2006 rissen die Panzerknacker einen Geldautomaten der dortigen Volksbank mit einem Stahlseil aus der Verankerung, transportierten den Tresor ab, schweißten ihnauf und erbeuteten rund 37 200 Euro. Aus einem zuvor gestohlenen Transporter hatten die Rumänen Sitze ausgebaut, um Platz für eine Winde zu schaffen. Beim Aufschweißen in einem Waldstück verbargen sie den Schein des Geräts unter einer Decke vor neugierigen Blicken. Danach wurde brüderlich geteilt: Jeder bekam 6200 Euro. Gefasst worden waren Teile der Bande nach dem missglückten Versuch, im Oktober 2006 den Geldautomaten der Volksbank Helpsen zu stehlen. Dort war das Stahlseil gerissen. Am Abtransport gescheitert waren die Verbrecher in Barsinghausen, während sie in Empelde bei Hannover zwar etwa 12 000 Euro Beute machten, andere Geldscheine jedoch wegen einer eingebauten Sicherung der Postfiliale durch blaue Tinte unbrauchbar geworden waren. Zigaretten für etwa 6000 Euro ließ die Bande aus einer Tankstelle in Coppenbrügge mitgehen. Bis zu drei gestohlene Autos brauchten die Rumänen für jede Tat. Richter Jörg Peters attestierte ihnen "hohen Aufwand und erhebliche kriminelle Energie". Übrigens: Obwohl er "nur" Fahrer war, bekommt der jetzt angeklagte 37-Jährige vier Monate mehr als der zuletzt verurteilte Bandenchef. Sein Pech, dass er bereits einschlägig vorbestraftist.

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