weather-image
15°
Jugendzentrum geht mit Rap-Kurs neue Wege

Rhythmus, Poesie und Spiel mit der Sprache

Obernkirchen (sig). Da sage noch einer, die Jugendarbeit bewege sich ausschließlich in fest vorgegebenen Strukturen und auf bekannten Feldern. Für den Ortsjugendring und das Jugendzentrum in der Bergstadt gilt das jedenfalls nicht. Neues hat hier eine echte Chance, wie ein zurzeit laufender Rap-Kurs zeigt.

veröffentlicht am 24.10.2006 um 00:00 Uhr

"An Hip-Hop kommt man zurzeit in der Jugendarbeit nicht mehr vorbei, und Rap zu hören, ist trendy", erklärt die versierte Jugendleiterin und Initiatorin Susanne Veentjer. Je mehr sie das selber versuche und übe, desto mehr schätze sie diese Kunst. Vor allem sei sie an dem Spiel mit der Sprache interessiert. Im Prinzip verbirgt sich hinter dem Rap, der sich aus derüberwiegend von Farbigen entwickelten Musik- und Tanzform des Hip-Hop ableitet, eine Kombination von Wort- und Satzfetzen mit Musik. Die Bezeichnung "Rhythm and Poetry" (deutsch: Rhythmus und Poesie) deute auf die Art der Musik und des Sprechgesangs hin, betont Susanne Veentjer. Mit Karl Dammke leitet ein in allen Techniken des Rap versierter Fachmann jetzt einen solchen Kurs im Jugendzentrum. Er hat sich dieser Aufgabe ehrenamtlich angenommen und bittet lediglich um eine Spende für die Organisation "TuWat". Geübt wird jeweils mittwochs über zweieinhalb Stunden hinweg. Hier einige Beispiele, wie das abläuft: Ein Teilnehmer wirft ein Wort in die Runde; der nächste muss fünf sich darauf reimende Worte nennen. Oder einen einfachen Zweizeiler finden, der sich reimt. Man kann auch einen Reim auf die Aussage eines anderen machen. Zu den Übungen gehört ferner, mit Beatmusik im Hintergrund Romantexte zu lesen und dabei im Takt zu bleiben oder einen kleinen Vortrag über bekannte Rap-Künstler zu halten. Um eine deutliche Aussprache zuüben, stehen die Kursteilnehmer in verschiedenen Ecken, lesen deutlich einen beliebigen Satz aus der Zeitung vor, und der nächste muss ihn genau wiederholen. Es gibt auch das freie Assoziieren von Wörtern, also das Bemühen, sinnverwandte Bezeichnungen zu finden und diese im Dialog vorzutragen. Diese Ideen lassen sich beliebig fortsetzen. Fest steht jedenfalls, dass dieseÜbungen die Kommunikation fördern. Und das ist immer ein Schritt in die richtige Richtung.

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2017
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare