weather-image
22°
Beantragte Umwidmung macht Gelände attraktiver für Investoren / Dachsanierung lässt auf sich warten

Rettung für Haster Bahnhofsgebäude naht

Haste (tes). Die Rettung des Bahnhofsgebäudes kommt voran. Eine Lösung für das Verkaufshindernis "Speiseleitung" scheint gefunden: Die Bahn hat eine Umwidmung beantragt. Wenn das Gebäude nicht mehr als B ahnanlage gilt, ist ein neuer Eigentümer freier in der Nutzung. Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Sebastian Edathy diskutierte der Standortbeauftragte der DB Netz, Jonas Buchholz, mit Vertretern von Gemeinde und Interessengemeinschaft. Für Irritationen sorgte, dass der Start der Dachsanierung vertagt wurde.

veröffentlicht am 22.12.2007 um 00:00 Uhr

"Wir wollen gerne verkaufen", verwies Buchholz auf laufende Gespräche mit Interessenten. Voraussetzung sei allerdings ein angemessener Kaufpreis. "Wir wollen nichts verschenken." Die Höhe der Mindestgebots ließ er vorerst offen. "Der Verkaufserlös wird durch Warten nicht steigen", mahnte Edathy zu kurzfristigen Entscheidungen und erinnerte an die von der Denkmalschutzbehörde bis Ende Dezember gesetzte Frist für die Dachsanierung. "Wir haben Kostenvoranschläge eingeholt", erklärte Buchholz. Jetzt solle in Zusammenarbeit mit der Denkmalschutzbehörde geklärt werden, ob die Bahn eine "große" oder "kleine" Lösung vornehmen muss. Die Frist sei bis Ende Februar verlängert worden. "Es ist allerhöchste Zeit", warnte Bauingenieur Manfred Röver. Der Vorsitzender der Arbeitsgruppe der Schaumburger Landschaft forderte, "das dringend was gemacht werden muss". Buchholz erwartet eine Lösung bis Ende März. Zuvor soll mit dem Interessenten verhandelt werden. So viel verriet der Bahnsprecher allerdings schon: "Der Interessent will das Gebäude nicht komplett selbst nutzen. Dieser ist daher ebenso offen für weitere Ideen wie wir." Warum das Thema Bahnhof Haste bisher so "stiefmütterlich" behandelt worden sei, erklärte Buchholz mit der langwierigen Historie: "Das Gebäude hat leider oft den Eigentümer gewechselt." Erst 2006 ist es in die Zuständigkeit der DB Netz zurückgegangen. Zudem wurden die Aktivitäten durch die bisher als Verkaufshindernis genannte Speiseleitung (Oberleitung) gebremst, die einen halben Meterüber dem Dach verläuft. "Das haben wir jetzt geprüft", berichtete Buchholz vom Ergebnis: "Die Leitung könnte mit großem Aufwand verlegt werden." Die Bahn präferiere jedoch eine einfachere Lösung: Per "Gestattungsvertrag" könnte die Leitung bleiben. Dies wird möglich, weil die Bahn einen Widmungsantrag beim Eisenbahnbundesamt gestellt hat. Bei Genehmigung würde das Gebäude nicht mehr als Bahnanlage gelten. Der Antrag ist noch nicht durch. Aber Buchholz sei "optimistisch", wisse er doch aus Erfahrung: "Das starke öffentliche Interesse hilft sehr, das Verfahren zu beschleunigen."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare