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Projekt der Unesco mit BioenergieRegion und Weserbergland AG in der Handelslehranstalt

Ressourcen lassen sich schonen

Hameln. Die von der UNESCO zertifizierte Multivision „Fair Future II – der ökologische Fußabdruck“ wurde in der Handelslehranstalt (HLA) in Hameln gezeigt. Dank der Unterstützung durch die BioenergieRegion Weserbergland plus der Weserbergland AG sowie weiterer Hamelner Sponsoren konnten mehr als 350 Schüler daran teilnehmen.

veröffentlicht am 16.01.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 29.10.2016 um 17:41 Uhr

Nahezu allen Anwesenden des beruflichen Gymnasiums und der Fachoberschule war bewusst, dass nicht für alle sieben Milliarden Menschen auf der Erde genügend Ressourcen verfügbar sind, um so zu leben wie wir in Deutschland oder in anderen Industrienationen. Unter dem „Ökologischen Fußabdruck“ wird die Fläche (gemessen in Hektar) auf der Erde verstanden, die notwendig ist, um den Lebensstandard eines Menschen innerhalb eines Jahres zu ermöglichen. „Der deutsche Fußabdruck, der den Pro-Kopf-Ressourcenverbrauch anzeigt, liegt derzeit bei durchschnittlich 4,6 ha. Wenn also alle Menschen so leben würden wie die Deutschen, bräuchten wir drei Planeten Erde“, machte Moderator Holger Krohn vom Hamburger Projektorganisator Multivision e. V. deutlich. Erschreckend war die Erkenntnis, dass die deutsche Bevölkerung auf dem Weg zum fairen Fußabdruck, der bei 1,4 ha pro Person liegt, dazu nicht den ausreichenden Wissensstand besitzt.

Der zwingend notwendige Handlungsbedarf wurde durch vielfältiges Bild- und Filmmaterial sowie durch die Moderation des Greenpeace-Aktivisten Krohn untermauert. Schulleiter Bernd Strahler zeigte sich betroffen und ermunterte die Anwesenden: „Jeder sollte versuchen, in seinem Rahmen etwas zur Verringerung des ökologischen Fußabdrucks beizutragen, wie die Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel oder des Fahrrades.“ In anregenden Diskussionen wurde die schlüssig erscheinende Argumentation seitens des Veranstalters Multivision e. V. relativiert. Die Schüler verwiesen beispielsweise auf die bestehende Einkommensungleichverteilung in Deutschland, die die Handlungsmöglichkeiten für viele Haushalte einschränke. „Was ich gelernt habe: Weniger Fleisch zu essen und mehr Bio-Produkte bzw. Fair-Trade-Produkte zu kaufen. Diese können sich viele Menschen allerdings nicht immer leisten“, gibt Olivia Wesolowska (Klasse 12) zu bedenken.

Die aufgeschlossene Schülerschaft und das teilnehmende Lehrerkollegium waren aber überzeugt, dass in ihrem unmittelbaren Umfeld einiges verbessert werden könnte. Bianca Raschke (Klasse 13) kommt zu dem Schluss: „Es war sehr informativ und hat eventuell einigen Menschen die Augen geöffnet. Auch an unserer Schule sollte man etwas ändern: vegetarische Wochentage und Mehrwegbecher können wir einführen.“ Um zu einer nachhaltigen Lebensweise in den Bereichen Ernährung, Wohnen, Mobilität und Konsum zu gelangen, ist der Schritt vom Bewusstsein zur Tat zumeist noch zu vollziehen. „Ich denke, dass es wichtig ist, ökologischer zu handeln. Man sollte aber auch auf Wirtschaftswachstum achten, um mehr für die Forschung bei erneuerbaren Energien investieren zu können“, reflektiert Can Deniz Bolat, aus der 11. Klasse.

Hans-Jürgen Hesse, Projektleiter BioenergieRegion Weserbergland plus, ist von der Veranstaltung begeistert: „Wir freuen uns, dass sich die jungen Erwachsenen so aufmerksam und kritisch mit diesem globalen Thema auseinandersetzen.“

Seit April 2013 tourt die Bildungskampagne „Fair Future“ unter dem Motto „Global denken – nachhaltig handeln“ durch Deutschland und Österreich. Innerhalb von drei Jahren werden sich 500 000 Schüler von über 1000 weiterbildenden Schulen mit der Frage „Wie wollt ihr in Zukunft leben?“ auseinandersetzen. Die Multimediapräsentation wurde in Kooperation mit Oxfam Deutschland und dem Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie entwickelt.



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