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Ehepaar Wilhelm wehrt sich gegen Anschuldigungen: "Erstunken und erlogen" / Räumungsklage läuft

Renitenter Mieter - Vermieter nervlich am Ende

Goldbeck (crs). Aus allen Wolken gefallen sind Heidemarie und Heinz Wilhelm, als sie die gegen sie gerichteten Anschuldigungen ihres Mieters Heinz B. in der Zeitung gelesen haben. "Das ist doch zum allergrößten Teil erstunken und erlogen", reagiert das Goldbecker Ehepaar entsetzt auf B.'s Behauptungen. Dieser hatte in der anhaltenden Mietstreitigkeit von "fortgesetzten Drohungen und Drangsalierungen" seitens seiner Vermieter gesprochen (wir berichteten).

veröffentlicht am 10.05.2007 um 00:00 Uhr

Einen ganzen Aktenordner füllt der Rechtsstreit mit Heinz B. ber

Aus der Sicht der Wilhelms liest sich diese Geschichte komplett anders. "Er hat mich angegriffen, und nicht etwa umgekehrt", schildert Heinz Wilhelm den Vorfall vom 15. März aus seiner Perspektive. Die Wilhelms hatten ihrem Enkelkind zum Geburtstag gratulieren wollen, standen im Eingang des Goldbecker Hauses, in dem B. im Dachgeschoss und die Familie von Wilhelms Tochter in den unteren Etagen wohnt. Als B. von einem Spaziergang zurückkam, sei es zunächst zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, völlig unvermittelt - "er war eigentlich schon an uns vorbei" - sei B. dann zum Angriff übergegangen. "Rechts und links hat er mich geschlagen, das ganze Gesicht war blutig", schildert Wilhelm die Situation. Natürlich habe er sich gewehrt, die Schlägerei sei über die Straße hinweg gegangen, bis Wilhelms Schwiegersohn die beiden Männer habe trennen können. Dann habe B. sich plötzlich fallen lassen: "Das war reine Simulation, auch die Krankenwagen-Besatzung war verärgert, die sind völlig umsonst gekommen", schildert Wilhelm die Situation aus seiner Sicht. Er selber hat daraufhin Anzeige erstattet, seine Verletzungen hat er sich vom Arzt attestieren lassen. Der Rechtsstreit mit Heinz B. füllt mittlerweile einen ganzen Aktenordner. "Ich habe das Fernsehkabel abgeklemmt, das ist richtig", räumt Wilhelm ein Detail der zermürbenden Mietstreitigkeit ein. Dass er B. auch das Wasser abgedreht hätte, stimme hingegen nicht: "Das war eine Leitungsstörung, da konnten wir nichts machen." Diese vielen Anschuldigungen machen die Wilhelms sprachlos. Einiges würden sie dafür geben, die Erfahrungen mit ihrem Mieter rückgängig machen zu können. "Aber man kann den Leuten nur vor den Kopf gucken", sagt Heidemarie Wilhelm, "wir hätten nie gedacht, dass es so weit kommt." Vor einem guten Jahr hätten sie B. als damaligen Lebenspartner einer Bekannten kennen gelernt. Doch schon zwei Monate nach dem Einzug fingen nach Darstellung der Eheleute Wilhelm die Schwierigkeiten an, die bis heute andauerten. Mehrmals habe B. die Familie der Tochter übelst beschimpft, den Vermietern beleidigende Briefe geschickt, sei gewalttätig gegen Enkel und Schwiegersohn geworden. Was die Erfahrungen der Wilhelms stützt: Heinz B. ist ganz offenbar ein Mieter mit einer langen Vorgeschichte. Nicht allein in Goldbeck fällt der Mann, dessen Miete das Sozialamt zahlt, durch sein Verhalten auf. Auch im kleinen Ort Marienau im Landkreis Hameln-Pyrmont hat B. verbrannte Erde hinterlassen, auch hier musste seine Vermieterin erst eine Räumungsklage anstrengen, bevor er endlich doch auszog. Mehrere Kündigungen haben die Wilhelms ausgesprochen, schließlich eine Räumungsklage in die Wege geleitet. "Hoffentlich zieht er bald aus", sagen beide, sind mit den Nerven ziemlich am Ende. "Wir wollen nur noch unsere Ruhe haben."



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