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Informationstechnologie der "Erlebniswelt" wartet in Rinteln weiterhin auf störungsfreien Start

Renaissance ist, wenn nichts funktioniert

Rinteln/Hameln (ur). Fast schon eine Art vorläufigen Offenbarungseid gab dieser Tage in Hameln Geschäftsführer Thomas Gersmeier von der "Erlebniswelt Renaissance" ab, als er die erneute und damit inzwischen zehnte Verschiebung des endgültigen und störungsfreien Betriebs der "Edutainment"-Elektronik des Projekts über die so genannten "E-Guider" bekannt geben musste, mit denen die Besucher am zentralen Standort Hameln, aber auch an den "Nebenschauplätzen" wie zum Beispiel in Rinteln an die historischen Baulichkeiten, Plätze und Objekte herangeführt und informiert werden sollen.

veröffentlicht am 07.10.2006 um 00:00 Uhr

Einen konkreten neuen Starttermin will Gersmeier inzwischen nicht mehr nennen, sondern verweist stattdessen darauf, dass man jetzt die Werbetrommel für 2007 rühre und 2000 Busunternehmen und 15 000 Schulen, Vereine und Initiativen angeschrieben habe, denn "wenn wir das nicht tun, geht uns die Saison verloren". Ungebrochen zuversichtlich aber geht er davon aus, dass das System in einigen Tagen rundlaufe, mit der Einschränkung: "Wenn alles optimal läuft" mit den überholten Geräten. Rinteln wurde damals ("auf fast schon nötigendes Drängeln des Landkreises", erinnert sich ein Kommunalpolitiker) erst nachträglich in der Unterdecksklasse gebührenpflichtig mit an Bord des Dampfers "Renaissance" genommen - und hat mit dem E-Guider bislang ebenfalls noch kein Glück gehabt: "Das Ding ist nach wie vor sehr störanfällig und wird daher kaum mal an Touristen vermietet", heißt es dazu bei der Tourismus-Information. Allerdings will man sich noch nicht endgültig von der Hoffnung verabschieden, dass "das Ding" irgendwann funktioniert: "Vielleicht Anfang November" , spekuliert Agneta Gläß aus dem Bürgerhaus am Markt, wohl auf entsprechende Zusagen aus Hameln bauend. Auch inhaltlich war Rinteln mit den ersten vorgelegten Produktionen der "Erlebniswelt" wenig zufrieden und drängte entschieden auf Nachbesserung. Inwieweit diese gelungen ist, wird das geneigte Publikum allerdings erst später beurteilen können. Wie heißt es dazu so schön vom Reklame-Onkel Thomas Poremba: "Am besten, man redet gar nicht mehr von den Problemen, sondern feiert das Einjährige", während bei Gersmeier immerhin in der Hamelner "Dewezet" die Erkenntnis dämmert: "Wir müssen Vertrauen und verlorenes Image zurückgewinnen. Wir müssen verlässlich sein und das nicht nur vielleicht." Vielleicht klappt es ja doch noch in Rinteln im November. Und am Ende sogar im November 2006! Was immerhin schon real existiert und genutzt werden kann, sind einige Info-Tafeln zum Thema Renaissance - ohne jeden technischen Schnickschnack. Gesamtkosten bislang 17 Millionen Euro - den letzten außerplanmäßigen Nachschlag von immerhin 500 000 Euro haben die Landkreise Holzminden, Hameln-Pyrmont und Schaumburg erst im Juli dieses Jahres gewährt. Die Stadt Rinteln, war zu hören, hat übrigens noch keinen Cent von den geforderten 82 600 Euroüberwiesen, nach dem kaufmännischen Prinzip: "Erst die Leistung, dann das Geld!"

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