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Verbund mit anderer Schule eine Lösung zur Rettung der Einrichtung?

Rektorstelle wird nicht besetzt - Nammer Grundschule droht das Aus

Nammen (ly). Die Grundschule Nammen steht zur Disposition. Sicher ist, dass die Schulleiterstelle nicht wieder b esetzt wird. "Nach dem Schulgesetz erfüllt Nammen die Anforderungen hinsichtlich der Größe nicht", so Kai Abruszat, Erster Beigeordneter in Porta Westfalica.

veröffentlicht am 02.09.2008 um 00:00 Uhr

Perspektiven: Die Zukunft der Grundschule Nammen entscheidet sic

Unterrichtet werden dort rund 100 Kinder. Um einen geregelten Schulbetrieb zu gewährleisten, müssten es aber mindestens 192 sein, acht Klassen mit jeweils 24 Schülern. Das wäre Zweizügigkeit. Nammen jedoch läuft einzügig. Weil Schulleiterin Irmtraud Kruel im Februar 2009 in den Ruhestand tritt, ergibt sich nun "Handlungsbedarf", wie es im Verwaltungsdeutsch so schön heißt. Zwei Szenarien erscheinen denkbar. Erstens: Nammen wird als Bekenntnisschule Teilstandort einer anderen Grundschule. Das wäre dann ein Schulverbund mit Haupt- und Teilstandort. Es gäbe weiter Schulbetrieb am jetzigen Standort, die Schulleitung säße allerdings woanders. Infrage kämen vielleicht Neesen oder Kleinenbremen. "Das Schulgesetz eröffnet auch eine Teilstandortslösung", erklärt Abruszat. Szenario Nummerzwei schwebt wie ein Damoklesschwert über der Ortschaft: Die Nammer Grundschule könnte geschlossen werden. Auf beide Möglichkeiten hatte Gerhard Oberschelp, Vorsitzender des Bildungsausschusses, bereits voriges Jahr im September hingewiesen und dafür viel (verbale) Prügel eingesteckt. Ein Schreiben, unterzeichnet von Schule und der städtischen Schulverwaltung, haben die Eltern bereits bekommen. Von Schließung ist vorerst nicht die Rede. Auf die Entscheidung der Bezirksregierung, keine neue Schulleitung zu bestellen, habe die Stadt als Schulträgerin keinen Einfluss, heißt es in dem Brief. Sie sei jedoch "verpflichtet, durch organisatorische Maßnahmen angemessene Klassen- und Schulgrößen zu gewährleisten". Grundsätzlich sei bei Schulen mit weniger als 192 Kindern ein Defizit bei der Lehrerstellenversorgung gegeben. "Das heißt, dass Unterrichtsausfall zu befürchten ist." Stadt und Schulleitung wollen die Eltern nun "in einem offenen und transparenten Verfahren" über die Sach- und Rechtslage sowie zukünftige Möglichkeiten informieren. Noch vor den Herbstferien soll es dazu eine Veranstaltung geben. "Vieles spricht dafür, dass Kinder, die zurzeit nach Nammen gehen, dort auch ihre Grundschullaufbahn beenden", beruhigt Kai Abruszat und fügt hinzu: "Es ist jetzt wichtig, keine Schnellschüsse aus der Hüfte zu produzieren. Im Dialog mit Eltern und Politik werden wir beraten, wie es weitergeht." Gültige Beschlusslage sei, dass bis zum Sommer 2010 alle zehn Portaner Standorte eine Bestandsgarantie hätten. Bangen mussübrigens nicht nur Nammen. Nur vier der zehn Grundschulen laufen zweizügig. In ganz Porta Westfalica gibt es zurzeit 1539 Grundschüler. Im Schnitt kommen also auf jede Grundschule rund 150 Kinder - statt der im Gesetz geforderten 192.

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