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Steueränderung

Reiche werden reicher

Zu: „Scholz will Sparern entgegenkommen“, vom 7. Februar
Die viel besprochene Transaktionssteuer ist ein Klax im Vergleich zur neu beschlossenen Steueränderung bezüglich Börsengewinnen. Bisher konnten die Verluste mit den Gewinnen verrechnet werden, sodass nur die überschüssigen Gewinne mit 25 Prozent zu versteuern waren. In aller Regel wurde die Verrechnung von den Banken sofort vorgenommen.

veröffentlicht am 28.02.2020 um 20:26 Uhr

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Wenn jemand Gewinne in Höhe von 100 000 Euro und Verluste in Höhe von 90 000 Euro erwirtschaftet hatte, waren am Ende des Jahres nur 25 Prozent Steuern auf (100 000 bis 90 000) 10 000 Euro zu zahlen. Jetzt können Verluste nur noch in Höhe von 10000 Euro steuerlich abgezogen werden. Das heißt, es müssen 100 000 Euro versteuert werden. Die Bank überweist sofort 25 Prozent Steuern auf diesen Betrag, also 25 000 Euro, an das Finanzamt. Der Steuerpflichtige kann nachträglich in seiner Steuererklärung Verluste bis zur Höchstgrenze von 10 000 Euro geltend machen, erhält von den 25 000 Euro Steuern nur 2500 Euro zurück. Der Staat kassiert also kräftig mit, wenn jemand im Alter seine Vermögensanlagen realisieren will. Darüber wird gar nicht diskutiert. Niemand macht an der Börse nur Gewinne, der Börsenhandel beinhaltet immer unkalkulierbare Risiken. Diese trägt nun der Steuerzahler fast allein. Es kann ihm sogar passieren, dass er 200 000 Euro Verlust einfährt und dennoch volle 25 Prozent Steuern auf magere Gewinne zahlen muss, sofern diese den Betrag von 10 000 Euro jährlich übersteigen. Aktienkauf ist für die Altersvorsorge nur bedingt tauglich. In aller Regel werden auch an der Börse die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer.



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