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Steigender Beitrag zur Netzsicherheit durch Nachrüstung von PV-Anlagen

Reiche Sonnenstrom-Ernte im goldenen Oktober

Millionen Deutsche genossen in den zurückliegenden Wochen goldene Oktobertage. Aber die Sonne sorgte nicht nur für volle Parks und Biergärten, sondern auch für eine ertragreiche Solarstromernte in Deutschland: Bundesweit waren im Oktober an manchen Tagen bis zu 18 Gigawatt Solarstrom im Netz.

veröffentlicht am 06.11.2014 um 10:59 Uhr

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Die Sonne versorgte an mehreren Tagen zur Mittagszeit rund ein Drittel aller Verbraucher mit sauberem Strom und war damit der Stromproduzent Nummer 1 in Deutschland. „Die Solarenergie leistet mittlerweile auch im Herbst und im Winter einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung in Deutschland“, so Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE). „Und dank der verbesserten Systemdienstleistung, beispielsweise durch die 50,2-Hertz-Nachrüstung, sorgen Solarstromanlagen auch für stabile Netze.“

Solarstrom ist die Säule der Energiewende

„Solarstrom ist eine entscheidende Säule des regenerativen Strommixes, und das auch in der kalten Jahreszeit“, bekräftigt Vohrer. Aktuelle Beispiele für herbstliche Spitzenwerte bei der Produktion von Solarstrom lieferten der 3. Oktober mit 17,7 Gigawatt (GW) Einspeisung, der 4. Oktober mit 18 GW und der 19. Oktober mit 17,5 GW. An diesen Tagen lag die Sonnenergie zur Mittagszeit jeweils auf Platz Eins im deutschen Strommix, noch vor Braunkohle, Kernkraft und der Windenergie. Am 19. Oktober wehte zusätzlich eine ordentliche Brise Wind, weshalb die Erneuerbaren Energien gegen Mittag mit 36 Gigawatt sogar zwei Drittel des gesamten Stromverbrauchs stellten.

Systemdienstleistung wird wichtiger

2013 waren in Deutschland Solarstromanlagen mit einer Leistung von insgesamt 35,7 Gigawatt installiert. Ein großer Teil davon sind mittelgroße Anlagen von 10 bis 100 Kilowattpeak, häufig im Besitz von Privatpersonen. „Gerade Solarstromanlagen bieten den Bürgern die Möglichkeit, vom reinen Stromkonsumenten zum Produzenten zu werden und damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“, so Vohrer. „Als Betreiber dieser kleinen Kraftwerke tragen Privatpersonen aber auch Verantwortung für die Stabilität des Stromnetzes.“ Eine Systemdienstleistung von Solarstromanlagen ist das automatische Abschalten, sobald zu viel Strom im Netz ist. Das Signal zur Abschaltung von Solarstromanlagen erfolgt über die Netzfrequenz, die stets bei exakt 50 Hertz liegen muss. Viele ältere PV-Anlagen trennen sich bei 50,2 Hertz automatisch vom Netz. Um ein kontrolliertes Abschalten bei verschiedenen Frequenzen zu ermöglichen, werden derzeit 400 000 PV-Anlagen nachgerüstet.

„Für die Nachrüstung ist die reibungslose Zusammenarbeit von Netzbetreibern und Anlagenbesitzern von entscheidender Bedeutung“, betont Vohrer. „So kann die Solarenergie immer mehr Systemverantwortung übernehmen – und das nicht nur an goldenen Oktobertagen.“ Kleinanlagen unter zehn Kilowattpeak sind von der Nachrüstung ausgenommen. Anlagen, die ab 2012 in Betrieb genommen wurden, haben die Nachrüstung bereits serienmäßig vorgesehen.

Weitere Informationen gibt es bei den örtlichen Fachleuten oder unter www.unendlich-viel-energie.de. AEE

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