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Reaktionen auf Krankenhauspläne des Kreises / Ursula Helmhold wagt Blick in krankenhauslose Zukunft

Reha-Klinik für Senioren mögliche Alternative?

Rinteln (wm). Hinter verschlossenen Türen hat Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier gemeinsam mit Gutachtern am Dienstagabend den Rintelner Ratsmitgliedern die Strategie des Landkreises in der Krankenhauspolitik vorgestellt.

veröffentlicht am 08.05.2008 um 00:00 Uhr

Die Reaktionen fielen völlig unterschiedlich aus: Während SPD-Ratsfraktionschef Klaus Wißmann sich von den von Schöttelndreier vorgelegten Zahlen überzeugen ließ, hofft Dagmar König noch für Rinteln. Gert Armin Neuhäuser (WGS) zeigte sich von der kompromisslosen Haltung des Bürgermeisters gegen eine Schließungdes Rintelner Krankenhauses positiv überrascht: Buchholz befinde sich damit konsequent auf der Linie des WGS-Antrages gegen eine Schließung des Rintelner Kreiskrankenhauses und nehme dabei selbst Konflikte mit seiner Partei in Kauf. Neuhäuser spielte damit auf eine Presseerklärung des Schaumburger SPD-Kreisverbandes und der Rintelner SPD-Vorsitzenden Astrid Teigeler-Tegtmeier vom April dieses Jahres an, in der Teigeler-Tegtmeier "aufgrund der dauerhaft defizitären Betriebsergebnisse des Klinikums Schaumburg und der eingeschränkten Investitionskraft des Landkreises" einen dringenden Handlungsbedarfs in Richtung auf ein Krankenhaus anerkenne, und damit - so Neuhäuser - den Standort Rinteln de facto kampflos und "in vorauseilendem Gehorsam aufgibt". Wißmann äußerte sich gestern da eher zurückhaltend: Der Status quo, das Rintelner Krankenhaus in der jetzigen Form, sei sicher nicht zu halten. Er hält weder Rinteln noch Stadthagen für den möglichen Standort eines neuen Krankenhauses, das sei unrealistisch - das gehe eher in Richtung Obernkirchen und Nienstädt. Wißmann: "Ende des Jahres wissen wir mehr." Dagmar König, Sprecherin der CDU-Ratsfraktion, sieht die Sache ergebnisoffen: Noch gebe es keine Zusage für Zuschüsse für einen Neubau durch das Land, noch sei nicht entschieden, Neubau oder vielleicht doch Investoren? Die CDU werde sich auf alle Fälle "nach Kräften weiter für das Krankenhaus in Rinteln einsetzen". Paul Egon Mense (FDP) schilderte gestern am Telefon, er habe drei Fragen an den Landrat gestellt, die alle mit Ja beantwortet worden seien, nämlich: Wird der Bürger auch in Zukunft medizinisch gut versorgt? Ist für eine Nachnutzung der Immobilie in Rinteln gesorgt? Wird ein neues Krankenhaus auf der grünen Wiese wirtschaftlich arbeiten können? Dass private Investoren grundsätzlich schlechter arbeiten als öffentliche Träger, hält Mense für ein Gerücht: Auch ein privater Träger müsse vernünftige Leistungen erbringen, um sich am Markt zu behaupten - "sonst bleiben seine Betten leer". Die Ratsfrau und Landtagsabgeordnete Ursula Helmhold (Grüne), die selbst nicht bei der Sitzung war, aber die Zahlen kennt, wagte als Einzige einen Blick in eine alternative Zukunft für Rinteln: Selbstverständlich hänge sie emotional am Rintelner Krankenhaus, doch "alle Fachleute in den Ministerien sagen, kleine Krankenhäuser sind auf Dauer nicht zuhalten, vergleichbare Entwicklungen gibt es ja in allen ländlichen Regionen". Klar sei für sie "keine Heuschrecken als Krankenhausträger", sondern beispielsweise die Diakonie: "Daseinsvorsorge gehört nicht privatisiert." Doch auch bei einer Schließung des Krankenhauses gebe es Perspektiven für den Standort Rinteln. So wäre eine Umwandlung in eine Klinik für Geriatrische Rehabilitation keine schlechte Lösung: "Dafür gibt es einen echten Bedarf in der Region - auch mit Blick auf den demografischen Wandel", die Arbeitsplätze blieben erhalten und Patienten aus dem Umland müssten nichtwie bisher nach Coppenbrügge.



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