weather-image
18°
Niedersachsens Wirtschaftsminister informiert sich vor Ortüber das grenzübergreifende Hafenprojekt

"RegioPort Weser" ergibt für Hirche Sinn

Bückeburg (rc). "Ortstermin ist Ortstermin", sprach Wirtschafts- und Verkehrsminister Walter Hirche (FDP). Dann stapfte er regenschirmbewehrt mit Bürgermeister Reiner Brombach und Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier sowie einem ganzen Tross wahlkämpfender FDP-Vertreter - an ihrer Spitze der Landtagskandidat Paul-Egon Mense, die Kreisvorsitzende Renate Jobst und die Stadtverbandsvorsitzende Brigitte Bödeker - durch den Nieselregen am Hafen Berenbusch. Dort informierte er sich über den Stand der Planungen für den Containerhafen "RegioPort Weser" auf westfälischer Seite sowie über den Ausbau des Hafens Berenbusch, der im Zuge der Kooperation der Kommunen auf beiden Seiten aufgewertet werden soll.

veröffentlicht am 07.09.2007 um 00:00 Uhr

Vor Ort im Hafen Berenbusch lässt sich Wirtschafts- und Verkehrs

"Sehr nützliche Informationen zur Vorbereitung von Anträgen, die mein Ministerium in Kürze zu erwarten hat", sagte der Wirtschaftsminister bei der Abschlussbesprechung im Rathaus, wohin sich der Tross angesichts des Regens nach kurzer Zeit geflüchtet hatte. Zuvor hatten Brombach als auch Schöttelndreier auf die europaweite Bedeutung des geplanten Hafenprojektes verwiesen und damit deutlich gemacht, dass für das Projekt Mittel aus den entsprechenden Fördertöpfen der EU fließen sollen. So wie das Projekt auf nordrhein-westfälischer Seite bereits die entsprechende Unterstützung erhält: "Wirmüssen zusehen, dass wir auf niedersächsischer Seite mithalten", verdeutlichte der Landrat. Dass Niedersachsen und besonders die beiden beteiligten Kommunen, der Landkreis und die Stadt, mithalten können, dafür wird die Planungsgemeinschaft sorgen, deren Kooperationsverträge in der kommenden Woche unterschrieben werden. Ihr gehören - paritätisch besetzt, wie der Landrat ausdrücklich betonte - Vertreter der Kreise Minden-Lübbecke und Schaumburg sowie der Städte Bückeburg und Minden an. In einer achtköpfigen Arbeitsgruppe werden die Planungsarbeiten geleistet, in der Lenkungsgruppe, bestehend aus den Hauptverwaltungsbeamten, die Vorlagen gemacht, über die die Politiker entscheiden müssen. Bis Ende 2008 sollen die Planungen abgeschlossen, bis 2012 das Projekt realisiert sein, wenn die Schachtschleuse verlängert worden ist (wir berichteten). "Wir sind aus dem Stadium unverbindlicher Planungen hinaus", machte der Landrat deutlich, "und stehen konkret im formellen Verfahren". Während im RegioPort Weser auf westfälischer Seite der Containerumschlag abgewickelt wird, soll im Hafen Berenbusch das Massengutgeschäft auch von Mindener Seite aus konzentriert werden. Dafür sind im stadteigenen Hafen Berenbusch aber umfangreiche Ausbauarbeiten nötig, wie Bürgermeister Brombach erläuterte. So soll die Kaikante verlängert werden, damit es Platz gibt für drei so genannte übergroße Großmotorgüterschiffe von bis zu 140 Metern Länge. Außerdem muss die Kaikante verstärkt und ein Teil der am Kai gelegenen alten Speicher abgerissen werden, um genügend Platz für Kräne und Rangierarbeiten zu schaffen. Wie hoch der Investitionsbedarf ist, soll in einem Gutachten ermittelt werden, das demnächst in Auftrag gegeben wird. Erst dann sollen auch die entsprechenden Förderanträge für EU-Mittel an das Ministerium gestellt werden. Derzeit werden im Hafen Berenbusch jährlich rund 150 000 Tonnen Massengüter umgeschlagen, überwiegend Öl, Kies, Getreide und Holz. Allein durch den für 2008 geplanten Bau der Bioethanotanlage würde sich der Umschlag mehr als verdoppeln, rechnete Brombach vor. Insgesamt stehen am Hafen Berenbusch 16 Hektar an Fläche zur Verfügung, dazu kommt eine potenzielle Erweiterungsfläche von weiteren sechs Hektar westlich des Hafens. Insgesamt wertete Hirche das Projekt so: "Macht Sinn!" Es sei positiv, die Schnittstellenlage von Wasser, Straße und Bahn auszunutzen. Im Hinblick auf das Wirtschaftsgebiet Bückeburg-Minden sei die Kooperation über Landesgrenzen hinweg sinnvoll. "Ich verfolge das Projekt mit großem Interesse und Sympathie."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare