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Wasser von den Feldern verschärft Situation / Kameraaufnahmen sollen Rohr-Schwachstellen zeigen

Regen und Schnee - und Borstel säuft wieder ab

Borstel (rnk). Schnee und Regen - und Borstel säuft wieder ab. Mit Schaufeln, Eimern, Schubkarren, Sandsäcken und Pumpen haben die Anwohner der Borsteler Straße am Donnerstagabend versucht, die Wassermassen in den Griff zu bekommen.

veröffentlicht am 26.03.2007 um 00:00 Uhr

Anwohner beim Schneeaufsammeln: "Noch 20-mal meinen Keller auspu

Der Schneefall und der den ganzen Tag anhaltende Nieselregen haben die Kanalisation zusammenbrechen lassen: Im hohen Bogen wird das Wasser durch die Gullys gedrückt. "Bis der Landrat kommt und die neue Straße einweiht, darf ich noch 20-mal meinen Keller auspumpen", schimpft ein Borsteler, während er Schippe um Schippe Schnee in die Schubkarre schaufelt. Ortsvorsteher Hans-Werner Gerber, der vorgestern seine Sprechstunde hatte, hat sich danach "die Bescherung" (Gerber) angesehen und gestern beim Landkreis angerufen und erneut auf die Lage hingewiesen: "Mehr kann ich nicht tun." Immerhin: Man habe ihm in Stadthagen erneut versichert, dass im nächsten Jahr die Sanierung der Straße erfolgen werde. Friedhelm Liwack, Bauamtschef der Gemeinde, kennt die Ursachen für das Hochwasser bestens: "Der Regenwasserkanal hat sich wieder aufgestaut und das Wasser ist bei Kuhlmann rausgelaufen." Dreck ist in den Kanalrohrenübrigens nicht gewesen: Die Gemeinde hat erst vor ein paar Tagen spülen lassen, weil geplant war, eine Firma mit einer Kamera eine Bestandsaufnahme der Rohre machen zu lassen, die wiederum als Grundlage für die anstehende Planung sein soll. Neben dem schmelzenden Schnee und dem vom Himmel fallenden Wasser verweist Bürgermeister Thomas Priemer noch auf einen dritten Aspekt hin, der die Situation im Ort verschärft habe: das von den Feldern unterhalb der Landesstraße herunterlaufende Wasser. Die Böden seien gesättigt gewesen, das Wasser habe nur noch oberirdisch ablaufen können. Nach der nun erneut anstehenden Spülung und den Aufnahmen der Kamera hofft Priemer auf neue Hinweise, wo die Schwachpunkte im Rohrsystem sind: "Wo diese Schwachstellen sind, wissen wir nicht." Priemer ist vorsichtig, er will keine Hoffnungen wecken, aber dennoch: Sollten die Schwachstellen gefunden werden, dann könnte sich herausstellen, dass sie nicht im Straßenkörper, sondern woanders seien. Soll heißen: Sind die Schachstellen im Bereich des Fußweges, kann vielleicht die Gemeinde selbst aktiv werden. Aber, so Priemer: "Antworten gibt es erst, wenn die Kameras durch sind." Dann wisse man, ob und wo man kurzfristig verbessern könne. Bewährt haben sich dagegen vorgestern die beiden großen Rehrener Rückhaltebecken: Sowohl in der Stettiner Straße als auch im Gewerbegebiet waren beide Becken zwar randvoll, haben aber die unten liegenden Wohn- und Gewerbegebiete geschützt. Zumindest die Ortheide hätte ohne Becken vorgestern wieder "Land unter" gemeldet - wie Borstel.

Vor dem Hof Kuhlmann drückt das Wasser mit Kraft durch den Gully
  • Vor dem Hof Kuhlmann drückt das Wasser mit Kraft durch den Gully.

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