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Rechtsfrage des Monats

veröffentlicht am 29.04.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 29.04.2015 um 09:01 Uhr

Können Großeltern für die Betreuung der Enkel „Großelternzeit“ nehmen?

Der Fall: Ein Mann ist 60 Jahre alt und betreut regelmäßig sein Enkelkind. Die Mutter des Kindes ist alleinerziehend. Der Großvater arbeitet auch und fragt sich, ob auch er Anspruch auf etwas Ähnliches wie die „Elternzeit“ hat.

Dazu Michaela Zientek, Juristin der D.A.S. Rechtsschutzversicherung: Paragraph 15 des Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetzes räumt auch Großeltern einen Anspruch auf „Elternzeit“ ein – allerdings als Ausnahme und unter besonderen Voraussetzungen. Großeltern erhalten sie nur, wenn ein Elternteil des Enkels noch minderjährig ist oder sich im letzten oder vorletzten Jahr seiner Ausbildung befindet. Diese muss vor dem 18. Lebensjahr begonnen worden sein.

Außerdem muss das Enkelkind mit den Großeltern in einem Haushalt wohnen und überwiegend von diesen betreut werden. Der Anspruch besteht nur für Zeiten, in denen keiner der Elternteile des Kindes selbst Elternzeit nimmt. Treffen die genannten Kriterien auf die Familiensituation zu, können auch Großeltern Elternzeit beantragen. Das gilt überdies auch für Notfälle: Wenn die Eltern ihr Kind wegen einer schweren Krankheit, Schwerbehinderung oder Tod nicht selbst betreuen können.



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