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Die Privatinsolvenz als Ausweg – die wichtigsten Begriffe

Raus aus der Schuldenfalle

veröffentlicht am 28.01.2015 um 00:00 Uhr
aktualisiert am 28.01.2015 um 09:11 Uhr

Nicht nur Unternehmen müssen Insolvenz anmelden: Jährlich tun das auch über 120 000 Privatpersonen in Deutschland. Gründe sind Schicksalsschläge wie lange Arbeitslosigkeit, Trennung oder Krankheit, aber auch die Schwierigkeit, mit Geld vernünftig umzugehen. Michaela Zientek, Expertin bei der Rechtsschutzversicherung

D.A.S., erklärt die wichtigsten Begriffe.

Außergerichtliche Einigung: Zusammen mit dem Berater einer Schuldner- oder Insolvenzberatungsstelle, einem Anwalt oder einem Steuerberater erstellt der Schuldner eine Übersicht der Schulden und des noch vorhandenen Vermögens sowie der Rückzahlungen, die er leisten kann (Schuldenbereinigungsplan). Stimmen dem Schuldenbereinigungsplan alle Gläubiger zu, kann der Verschuldete seine Forderungen begleichen.

Antrag auf Insolvenzverfahren: Scheitert die außergerichtliche Einigung, kann der Schuldner bei Gericht einen Antrag auf Insolvenz und gleichzeitig auf Restschuldbefreiung stellen. Das Gericht versucht dann nochmals, die Gläubiger zur Zustimmung zum Schuldenbereinigungsplan zu bewegen.

Insolvenzverfahren: Scheitert eine Einigung erneut, eröffnet das Gericht das Insolvenzverfahren. Ein Treuhänder wird bestellt, der das pfändbare Einkommen und Vermögen des Schuldners an die Gläubiger verteilt. Danach folgt bei entsprechendem Antrag das Restschuldbefreiungsverfahren.

Wohlverhaltensperiode: Die Wohlverhaltensperiode ist Voraussetzung für die Restschuldbefreiung. Sie dauert sechs Jahre, gerechnet von der Eröffnung des Insolvenzverfahrens an. Inzwischen kann sie unter bestimmten Voraussetzungen auf drei oder fünf Jahre verkürzt werden. In dieser Zeit muss der Schuldner einen Teil des Einkommens an die Gläubiger abtreten, darf keine neuen Schulden anhäufen und muss jede Veränderung, wie etwa einen Arbeitsplatzwechsel, angeben.

Restschuldbefreiung: Hält sich der Verschuldete während der Wohlverhaltensperiode an alle Vorgaben, erlässt ihm das Insolvenzgericht am Ende alle restlichen Schulden.



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