weather-image
Wirt beklagt Wettbewerbsnachteile / Stadt setzt (noch) auf Einsicht in der Gastronomie

Rauchverbot wird regelmäßig ignoriert

Rinteln (ur) . Die Gesetzeslage in Niedersachsen ist eindeutig und auch mit rhetorischen Haarspaltereien nicht in Frage zu stellen: in der Gastronomie gilt inzwischen ohne Wenn und Aber ein absolutes Rauchverbot, das den Wirten nur die Möglichkeit lässt, für ihre rauchenden Gäste einen völlig getrennten Bereich auszuweisen. "In Rinteln scheint das aber niemanden zu stören", empört sich eine Anruferin am Lesertelefon und beklagt sich, dass sie sich kürzlich beim Trinken einer Tasse Kaffee in einer Wirtschaft am Markt "von allen Seiten völlig eingeräuchert fühlte" - und das offensichtlich mit Duldung durch die Mitarbeiter des Lokals, "denn es standen auch überall Aschenbecher herum."

veröffentlicht am 07.12.2007 um 00:00 Uhr

Die hier bemängelte Praxis ist offenkundig nicht auf einen Einzelfall beschränkt - kritisiert auch der Inhaber eines anderen Rintelner Lokals: "Natürlich kann man nicht erwarten, dass ein Wirt oder sein Personal ständig rumlaufe, um die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen zu kontrollieren. Aber wenn die Bedienung sogar Zigaretten für rauchende Gäste besorgt, handelt es sich doch um einen Rechtsbruch, der für gesetzestreue Wirte einen Wettbewerbsnachteil darstellt." Bislang habe er noch von keinem Fall gehört, wo hier das Ordnungsamt eingegriffen habe: "Dabei müsste sich das doch auch dort längst rumgesprochen haben." In seinem Lokal habe man mehrfach die Erfahrung gemacht, dass rauchende Gästegruppen auf Hinweise durch das Personal erklärten: "Wir müssen unser Bier nicht hier trinken, wenn ihr Euch so anstellt" und dann das Lokal verließen. Offenbar zur Konkurrenz, die sich da "kulanter" zeigt, zumal das ja bislang keinerlei negative Folgen hatte, wohl aber einen Wettbewerbsvorteil darstellt. Auf unsere Nachfrage erklärt Erster Stadtrat Jörg Schröder dazu: "Als Verwaltung nehmen wir in dieser Auseinandersetzung keine eigene Position ein, sondern sind gehalten, das geltende Recht durchzusetzen. Wir haben allerdings zunächst darauf verzichtet, so etwas wie eine Raucher-Inspektion in Marsch zu setzen, weil wirauf die Einsichtsfähigkeit der Branche und ihrer Kunden setzen." Konkrete Hinweise an das Ordnungsamt oderüber das Bürgerbüro habe es bislang relativ selten gegeben, aber man werde künftig auch auf andere Informationen reagieren: "Wenn irgendwo in Lokalen Aschenbecher stehen oder bei den üblichen gewerberechtlichen Kontrollen rauchende Gäste mit Wissen des Personals angetroffen werden, müssen wir handeln - und zwar in zunehmendem Umfang, wenn sich dieses Verhalten fortsetzt."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare

    Kontakt

    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt