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Ahnsen verabschiedet neue Regelung für das Mehrzweckhaus

Rauchen wird künftig nur noch im Vorraum geduldet

Ahnsen (tw). Das Rauchen im Mehrzweckhaus ist in Ahnsen künftig nur noch im Vorraum gestattet. Auf dem Spielplatz dürfen Erwachsene dagegen weiter quarzen - wenn sie denn zu müssen meinen. Den entsprechenden Beschluss fasste der Rat auf seiner jüngsten Zusammenkunft einstimmig. Die Fraktionen von SPD und CDU hatten sich zuvor auf einer gemeinsamen Sitzung einvernehmlich auf die Regelung geeinigt.

veröffentlicht am 13.10.2007 um 00:00 Uhr

Allerdings: "Ordnungsrufe" bei Zuwiderhandeln wird's weder in Ahnsen noch sonst wo in der Samtgemeinde geben. Denn das Rathaus, das wurde auf der Sitzung deutlich, wird keine Kraft ab- oder gar (neu) einstellen, die das Einhalten des Rauchverbots in den Gemeindehäusern überwacht. Das gibt weder das Budget her, noch lässt es die Arbeitsbelastung zu. Heißt im Umkehrschluss: Die Verwaltung appelliert an den Bürgersinn und das Gewissen. "Meine Dame, meine Herren: Wir sitzen hier in einemöffentlichen Gebäude und kommen einfach nicht darum herum, das Gesetz zum Schutze der Nichtraucher umzusetzen", hatte Bürgermeister Heinz Grabbe (SPD) zuvor gebetsmühlenartig erklärt. Und nach einem Blick in den Saal - verschmitzt - hinzugefügt: "Was ist das hier aber auch für eine trockene Luft, seitdem hier nicht mehr geraucht wird ..." Grabbes Problem dabei: Die verbliebenen Raucher dürfen zumindest nicht ganz "vergrault" werden, denn: "Die Zahl der Veranstaltungen, für welche das Mehrzweckhaus gebucht wird, ist spürbar zurück gegangen", weiß der Bürgermeister. Früher seien's 30 bis 35 gewesen, jetzt seien's gerade mal 13. Skurril: Selbst wer nur zur Toilette geht, darf dabei, so will's das Gesetz, keinen Raum passieren müssen, in dem gequarzt wird. Zum Glück für Ahnsen indes liegen die Toiletten hinter dem jetzt rauchfreien Saal. Auch im vorgelagerten Anrichteraum gilt das Glimmstengel-Verbot, ebenso in den Sporträumen im Tiefparterre. Damit bleibt Rauchern im Bereich des Mehrzweckhauses nur noch eine Zufluchtsstätte: "Im Eingang, wo wir viel Platz haben", sagt Grabbe, "werden wir einen Aschenbecher aufstellen." Wer dann Rauchen wolle, müsse eben "raus" gehen. Wohlgemerkt nicht auf den Hof, sondern in besagtem Vorraum. In Sachen Außenanlagen mag Ahnsen keine harte Linie fahren. "Ich kenne Mütter", so der Bürgermeister, "die sich gerne mal eine anzünden, während sie ihre Kinder auf dem Spielplatz beaufsichtigen." Das solle man ihnen nicht verwehren. Damit hält sich Ahnsen an das, was bei der Zusammenkunft der Bürgermeister im Rathaus empfohlen wurde. Klartext: Das Rauchen auf dem Spielplatz bleibt weiterhin erlaubt. Es wird aber der vom Gesetzgeber nahe gelegte Aschenbecher aufgestellt und mit dem obligatorischen Schild versehen: "Im Interesse der Kinder sollten (!) Sie auf das Rauchen verzichten." Allerdings hat Grabbe bei seinem entsprechenden Beschlussvorschlag nicht nur das "Wohl" der Mütter geleitet, sondern auch die Nähe des Areals zum Sportplatz. "Wenn wir das Rauchen an dessen Rand auch untersagen, haben wir bald niemanden mehr, der bei den Fußballspielen zusieht." Deswegen sollen die Flächen, welche dem Sportverein gehören, bei der Maßregelung zunächst außen vor bleiben.

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