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Esperanto spricht man in 120 Ländern

Rattenfängerbande spricht Kunstsprache

Hameln (git). Mit einem freundlichen „Saluton“ werden die Ankommenden empfangen, und die Grüßenden meinen damit so viel wie „Hallo“. Ihre Sprache ist Esperanto und wird mittlerweile in 120 Ländern gesprochen. Irgendwann ist der Tisch im Besprechungsraum der Sumpfblume mit Mitgliedern der heimischen Esperanto-Gruppe Hameln rundum besetzt. Ein Neuzugang ist auch dabei. Er macht seit Dezember bei einem Anfängerkurs seine ersten Sprechversuche, fühlt sich sichtbar wohl und traut sich sogar schon zu, im Sommer an einer Esperanto Studienreise in die Slowakei teilzunehmen.

veröffentlicht am 24.03.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 02.11.2016 um 23:21 Uhr

Hameln (git). Mit einem freundlichen „Saluton“ werden die Ankommenden empfangen, und die Grüßenden meinen damit so viel wie „Hallo“. Ihre Sprache ist Esperanto und wird mittlerweile in 120 Ländern gesprochen. Irgendwann ist der Tisch im Besprechungsraum der Sumpfblume mit Mitgliedern der heimischen Esperanto-Gruppe Hameln rundum besetzt. Ein Neuzugang ist auch dabei. Er macht seit Dezember bei einem Anfängerkurs seine ersten Sprechversuche, fühlt sich sichtbar wohl und traut sich sogar schon zu, im Sommer an einer Esperanto Studienreise in die Slowakei teilzunehmen. Damit liegt er absolut im Trend, denn die weltumspannende Kunstsprache lebt vor allem von der Völkerverständigung. „Besonders wegen seiner einfachen Grammatik ist Esperanto leicht erlernbar“, erklärte der erste Vorsitzende der Esperanto Gruppe Hameln, Heinz W. Sprick. Er weiß sicher wovon er spricht, leitet er doch schließlich die Anfängerkurse. Der letzte Kurs laufe seit Dezember und habe mit neun Teilnehmern eine erfreuliche Anzahl. Esperanto ist neutral, weil es keinem Land oder Volk zugehörig ist. Bevorzugt oder benachteiligt also keine Kultur. Seit 1987 treffen sich in Hameln die Anhänger der, vor über 100 Jahren in Warschau erfundenen Sprache. Sie nennen sich „La Ratkaspista Bando“ zu Deutsch „Die Rattenfänger Bande“. Der Wortschatz von Esperanto stammt zum Großteil aus den romanischen und germanischen Sprachen. Die Verständigung unter den Völkern ist laut Vereinssatzung auch der Hauptzweck der Hamelner. Ihre regelmäßigen Treffen finden zweimal im Monat in der Sumpfblume statt. Im letzten Jahr hat die Esperanto-Gruppe Hameln mit Erfolg Info DVDs und Lehrbücher an über zwanzig Bibliotheken und Schulbüchereien im Landkreis verteilt. „Mit Erfolg“, erklärte Sprick. Absoluter Höhepunkt der Aktivitäten im vergangenen Jahr sei der Besuch einer Hamelner Abordnung beim Esperanto Weltkongress in Brialystok bilanzierte Sprick im Rückblick weiter. „Zum 150. Geburtstag von Sprachenerfinder Dr. Lejzer Ludwig Zamenhof kamen in Polen rund 2000 Esperantisten zusammen“, schwärmte der Vorsitzende.

Ebenso erwähnenswert war für ihn der Esperanto Kulturtag und das sechste „Rata Rendevous“. Beides wurde von der Esperanto-Gruppe Hameln zusammen mit dem Landesverband in Hameln organisiert. Die Gäste kamen aus Hannover, Bielefeld, Detmold, Herzberg und der Unterweser. Auch bei Veranstaltungen wie dem evangelischen Kirchentag in Bremen waren Mitglieder der Hamelner Gruppe vertreten. Der Pasporta Servo, ein Adressbuch über Gastgeber aus allen esperantosprechenden Ländern die Unterkunft für Gleichgesinnte anbietet, soll in 2010 wieder das Tor für nationale Besuche in Hameln werden. In diesem Jahr beinhaltet das Buch 1450 Adressen aus 117 Ländern.

Fest eingeplant von der Esperanto-Gruppe Hameln ist im Herbst das siebte „Rata-Rendevuo“ mit benachbarten Vereinen als Gäste. Für Sprick selbst steht in diesem Jahr zum Thema Völkerverständigung der gemeinsame Deutsch-Französische Esperanto-Kongress in Kaiserslautern auf dem Terminplan. Kurz war bei den Hamelner Esperantisten der Ausflug in die Vereinsregularien. Bei den turnusmäßig anstehende Vorstandswahlen, wurden Heinz W. Sprick als erster Vorsitzender, Ralitsa Ispirova als zweite Vorsitzende und Jugendwartin und Wolfgang Wiese als Kassenwart wieder gewählt.

Der Vorstand mit Esperanto Fahne. Von links Heinz W. Sprick, Ralitsa Ispirova, Wolfgang Wiese.

Foto: git



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