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HKV-Chef will zwei Sitze im Masterplan-Gremium / Politiker halten Brief für "blanke Provokation"

Rat zeigt Friedrich Winkelhake die rote Karte

Bad Eilsen (tw). Für den Heimat- und Kulturverein (HKV) Eilsen wird es bei der Besetzung des Masterplan-Gremiums keine Privilegien geben. Der heimische Verein darf - wie alle Mitwirkenden - nur ein einziges Mitglied in den elfköpfigen Ausschuss entsenden, der die Weichen für die Zukunft des Kurorts stellen soll.

veröffentlicht am 13.06.2008 um 00:00 Uhr

Diese Entscheidung hat der Rat Bad Eilsen unter Vorsitz von Bürgermeister Horst Rinne Mittwochabend bei seiner Zusammenkunft im Haus des Gastes gefällt - einstimmig. Im Vorfeld des Votums hatte ein an Rinne persönlich gerichteter Brief des Vorsitzenden Friedrich Winkelhake in den Fraktionen von SPD und CDU für helle Empörung gesorgt. Das Schreiben liegt der Landes-Zeitung vor. Darin heißt es: "Lieber Horst, unser Vorstand diskutierte die Besetzung des Runden Tisches ausführlich und bat mich, noch einmal mit Dir zu reden, ob der HKV nicht zwei Teilnehmer zu den Beratungen senden könnte. Alle gingen davon aus, dass gerade bei uns im Verein DIE (sic!) Leute sitzen, denen es auch sehr um Bad Eilsen geht. Wenn nicht möglich: Bestimmt wurden als Ausschussmitglieder Friedrich Winkelhake und als Vertreter Peter Buschmeier. Ich weiß ja nicht, welche Möglichkeiten Du für die Besetzung hast. Ich würde mir wünschen, der Herr Planer Zerner könnte dabei sein. Wir würden ihn um Mitgliedschaft im HKV bitten und ihn dann als unseren Vertreter entsenden. Man macht sich so seine Gedanken, was passiert, wenn die ,falschen Leute' am Tisch sitzen. Viele Grüße! Fritz Winkelhake." - Angesichts dieses Schreibens geht Hans-Jürgen Winkelhake auf die Barrikaden. "Wir dürfen das nicht kommentarlos hinnehmen", so der Vize-Fraktionschef der SPD. Er selbst sei "sehr aufgebracht" gewesen, als er den Brief las - und empfindet ihn als einen "Tritt vors Schienenbein". Winkelhake: "Sitzen hier etwa die Falschen am Tisch? Geht es uns nicht um die Zukunft von Bad Eilsen?" Indes: Wie Rinne sagt, hat er selbst im Vorfeld der Sitzung einen Anruf des Vorsitzenden erhalten, der damit eventuelle Irritationen ausgeräumt wissen wollte. Der Bürgermeister: "Herr Winkelhake geht davon aus, dass Thomas Zerner unser Planer ist und mit seinem Engagement am Kurort hängt." Vor dem Hintergrund habe Winkelhake Zerner noch einmal ins Gespräch gebracht. Wichtiger indes sei ihm aber, dass er selbst und/oder Buschmeier den HKV im Masterplan-Ausschuss vertreten. Der SPD-Vizefraktionschef kann das mit Zerner nicht nachvollziehen: "Als politisch interessierter Mensch hat Herr Winkelhake sicher Zeitung gelesen und weiß, dass sich der Rat mit 11 seiner 13 Mitglieder gegen Zerner als Planer ausgesprochen hat." Rolf Prasuhn (CDU) sieht das ebenso: "Die Art und Weise, wie der HKV-Vorsitzende Herrn Zerner wieder ins Gespräch bringt, hat ein Geschmäckle." Die CDU werte Winkelhakes Brief genauso wie die SPD: "Er ist eine blanke Provokation und spiegelt ein Selbstverständnis wieder, das sich an der Grenze zur Arroganz bewegt." Dr. Willi Dreves stellt den Schulterschluss zu seinem Fraktionskollegen her: "Ich habe dem Autor drei Mal gesagt: Fritz, so geht das nicht. Das gibtÄrger." Alle Mitwirkenden könnten nur einen Kopf in das Gremium entsenden - "aber", so Dreves, "er begreift das nicht." Der Christdemokrat, selbst Beisitzer im HKV, unmissverständlich: "Ich distanziere mich von diesem Schreiben." Derweil betont SPD-Fraktionschefin und Vize-Bürgermeisterin Christa Bergmann: "Unsere Fraktion möchte, dass sich der HKV mit dem Brief seines Vorsitzenden noch einmal auseinandersetzt. Wir wollen das Folgende wissen: Gibt der Inhalt des Schreibens die Meinung des Vorstands wieder - oder ist das, was da geschrieben steht, nur die private Meinung von Friedrich Winkelhake?" Masterplan-Gremium: Dem Masterplan-Ausschuss werden mit jeweils einem Abgesandten angehören: SPD, CDU, Gruppe Rinne-Schütte, Bürgermeister Horst Rinne, DRV, Bückeberg-Klinik, Kur- und Verkehrsverein mit Gastronomie& Hotellerie, Tourismus-Experte Olaf Boegner, Schützenverein, HKV.

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