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Planungsauftrag an Ingenieur aus Hannover

Rat lässt Kurpark vor Aue-Fluten schützen

Bad Eilsen (tw). Landauf, landab sind im März und April Flüsse und Bäche über ihre Ufer getreten, beobachten Menschen mit Sorge den Anstieg der Pegelstände. Manch ein Eilser hat dabei noch die Bilder vom Mai 2002 vor Augen, als die Samtgemeinde vom schlimmsten Aue-Hochwasser seit Mitte der 60er Jahre heimgesucht wurde; fast 20 Zentimeter hoch stand die Lehmbrühe damals allein in den Räumen des Kindergartens Heeßen ...

veröffentlicht am 06.04.2006 um 00:00 Uhr

Gut zu wissen, dass die Gemeinde mit dem Schutz vor den Fluten nun ernst machen will. Nachdem bereits Anfang Februar 2006 Mitglieder des Bauausschusses mit Experten bei einem Ortstermin beraten hatten, wie der Kurpark künftig vor Überschwemmungen bewahrt werden kann (wir berichteten), hat der Rat Bad Eilsen bei seiner jüngsten Sitzung im Haus des Gastes Nägel mit Köpfen gemacht. Unter Vorsitz von Bürgermeister Horst Rinne (CDU) haben die Politiker einstimmig dafür votiert, den Auftrag für das Planungspaket offiziell an die "GEUM.tec GmbH" (Hannover) unter Geschäftsführer Dr. Michael Franke zu vergeben. Über die Art und Weise wie die Arbeiten ab 2007 ausgeführt werden sollen, aber auch über die Ausschreibung und die Vergabe des Auftrags werden die Bürgervertreter zu einem späteren Zeitpunkt entscheiden. Dass der Rat dem Ingenieurbüro GEUM.tec jetzt Grünes Licht für die Planung gegeben hat, ist um so wichtiger, weil Bad Eilsen bekanntlich seit 1. Januar 2005 Eigentümerin der 125 000 Quadratmeter großen denkmalgeschützten Gartenanlagen ist - und damit Schäden, die mögliche Hochwasser dort anrichten, aus der Gemeindekasse zahlen muss. Rinne zum Projekt: "Nach dem besagten Ortstermin mit Franziska Henschel, hat uns die Denkmalpflegerin nach Rücksprache signalisiert, dass der Landkreis einem Vertiefen der ,Überflutungs-' oder ,Neben-Aue' um einen halben Meter und einem Verbreitern ihres Bettes um zehn Meter zustimmen wird." Damit ist die Alternative - der Bau einer Umflut, die ständig Wasser führt - vom Tisch. Besagte Umflut hätte eine Tiefe von zwei Metern haben müssen und hätte damit einen erheblich größeren Eingriff in die Anlagen bedeutet. Noch dazu wäre wenigstens ein Brückenschlag erforderlich gewesen, um Fußgängern das Queren möglich zu machen. Doch: "Letzteres", hatte Henschel schon im Februar deutlich gemacht, "kommt für mich nicht in Frage". Grünes Licht aber auch für die Pläne zu Teil zwei des Gesamtpakets: Dabei sollen diejenigen früheren Schlammteiche zwischen Tennisplatz und Obernkirchener Straße, die seit 1. Januar 2005 gleichfalls der Gemeinde gehören, in eine Überflutungsfläche umgewandelt werden - damit würde dann der Druck des Hochwassers auch von den aueabwärts liegenden Wohnbereichen genommen. "GEUM.tec", so der Bürgermeister, "arbeitet bereits an einem Zuschussantrag". Bad Eilsen selbst könne voraussichtlich mit 70 Prozent rechnen. Übrigens: Auf der selben Ratssitzung haben die Politiker unter einem weiteren Tagesordnungspunkt auch das Aufstellen eines B-Planes für das Gelände der früheren Remise beschlossen. Bekanntlich will die Gemeinde dort in Absprache mit Heeßen einen Caravanplatz für bis zu 40 Wohnmobile errichten. Der B-Plan ist Voraussetzung für einen Antrag auf Zuschüsse durch EU und Land. Auch diese Entscheidung fiel einstimmig aus.

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