weather-image
21°
Landwirt hat seinen Kredit verspielt

Rat Heeßen sagt Nein zum "Heuplatz"-Bau

Heeßen (tw). Der Rat Heeßen, unter Zeitdruck und in Zugzwang geraten, hat dem Landwirt, der an der Schulstraße den Bau eines Platzes zwecks Zwischenlagerung von Heu- und Strohfutter anstrebt (wir berichteten), das Einvernehmen verweigtert.

veröffentlicht am 21.08.2006 um 00:00 Uhr

Kai Alack, SPD

Für das Nein stimmten auf Antrag von Vizebürgermeister Kai Alack (SPD) zwei Sozialdemokraten plus Heinrich Meier (CDU); das Gros der Christdemokraten enthielt sich. Für das Begehren des Landwirts votierte allein Gerhard Hasse. Im Vorfeld der Abstimmung hatte Gemeindedirektor Heinz Wischnat "schlimme Fotos" im Großformat gezeigt, die den derzeitigen Grad der Verunreinigung im Umfeld des Areals belegen sollten. Hasse, der mit seinem Antrag, den Bau des Platzes zu genehmigen, nicht mehr zum Zuge kam, war der einzige, der eine Lanze für den Landwirt brach: "Er will den Platz doch gerade deswegen befestigen, damit es dort nicht mehr zu Verunreinigungen kommt." Stimme der Rat zu, habe er, was er immer gewollt habe: "Keinen Dreck mehr auf der Schulstaße." Davon abgesehen: "Irgendwann" würde der Antrag des Landwirts von anderer Stelle genehmigt werden - "warum also nicht gleich?" Doch der Antragsteller hat seinen Kredit beim Gros des Rates offenbar endgültig verspielt: "Die letzte öffentliche Ratssitzung, bei der wir das Thema diskutiert und dann zurück gestellt haben, hätte für ihn ein Signal sein müssen, durch ,Aufräumen' Vertrauen zu schaffen - das ist nicht geschehen", so Wischnat. Ähnlich auch Alack: "Wer versichert uns denn", so der Sozialdemokrat mit Blick auf die von Wischnat präsentierten Fotos, "dass die Fläche nach Bau des Platzes nicht wieder genauso aussieht? Mit dem einzigen Unterschied, dass sie dann befestigt ist." Meier zeigt zwar Verständnis für Hasses Argumente, hat aber ein Probleme damit, "wenn eine öffentliche Straße gleichsam mit zur Hoffläche geschlagen wird". Im Vorfeld des Votums hatte sich die Gemeinde Rat beim Landkreis geholt, dessen Kreisbauamt die Bauvoranfrage des Landwirts derzeit prüft. Im laufenden Verfahren sind die Untere Naturschutzbehörde, die Untere Wasser- und Abfallbhörde sowie die Landwirtschaftskammer beteiligt. Da die geplante Baumaßnahme im Landschaftsschutzgebiet liegt, wäre eine Befreiung nötig. Zur Erinnerung: In seiner Anfrage hatte der Landwirt erklärt: "Den Untergrund (des Platzes) möchten wir mit Schotter und Grand anlegen, danach soll die Fläche durch Pflaster befestigt werden, damit wir sie besser säubern können. Die Südseite möchten wir mit einem einen Meter hohen Erdwall auffüllen, die Nordseite mit einem etwa zwei Meter hohen Wall, damit das Landschaftsbild nicht gestört wird."

Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare