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Baugenehmigung ist nur noch Formsache / Anwohner um Schallschutz in Sorge

Rat Heeßen sagt Ja zu "Netto": Discounter will im Herbst eröffnen

Heeßen. Dem Bau des "Netto Marken-Discounts" auf der alten "Neukauf"-Brache in Klein Eilsen steht faktisch nichts mehr im Wege. Nachdem Projektentwickler Hans-Hermann Garbers (Lüneburg) dem Rat Heeßen das Projekt kurz erläutert hatte, stellte der Donnerstagabend binnen 15 Minuten und mit den Stimmen aller Mitglieder das Einvernehmen her. Eine Geste, die aber nur Symbolcharakter hatte - weil dem Projekt bereits ein gültiger B-Plan zugrunde liegt, hatten die Politiker de facto nichts mehr zu entscheiden.

veröffentlicht am 17.03.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Thomas Wünsche

Gleichwohl war das Interesse der Bürger an der Ratssitzung so groß wie das in Heeßen nur selten der Fall ist; vor allem Anwohner des künftigen Marktes, die eine etwaige Lärmkulisse ängstigt, füllten die Zuhörer-Reihen. Sie waren weder umsonst gekommen, noch mussten sie lange warten. Auf Vorschlag von Gemeindedirektor Bernd Schönemann wurde das Thema "Netto", das ursprünglich hinter verschlossenen Türen beraten werden sollte, an den Beginn des öffentlichen Teils der Sitzung verschoben. "Viel Neues kann ich Ihnen nicht mehr mitteilen", sagte der eigens aus Lüneburg angereiste Projektentwickler in Richtung der Rats- und Zuschauerreihen. "Es stand ja schon alles in der Zeitung." Nur so viel: "Ja, es gibt bereits einen rechtsgültigen Mietvertrag mit Netto", bestätigte Garbers. Der Marken-Discounter habe das Areal in Klein Eilsen vor Jahren schon einmal besehen, es damals aber nicht haben wollen. Das ist jetzt anders. "Allerdings braucht Netto für den Markt mit seinen 760 Quadratmeter Verkaufsfläche und 80 Stellplätzen nicht das gesamte Grundstück", machte der Lüneburger deutlich. Für 2000 Quadratmeter im rückwärtigen Bereich habe der Lebensmittler keine Verwendung. "Auch später nicht", wie Garbers betont und damit Spekulationen über - unzulässige - Erweiterungsgelüste eine klare Absage erteilt. Der Projektentwickler an die Adresse der Anwohner unter den Zuhörern: "Bis auf den einen Erdwall direkt an der Straße, der weg muss, damit man den Markt sieht, bleiben alle anderen Lärmschutz-Barrieren erhalten." Sie würden zum Teil noch aufgestockt und in jedem Fall - natürlich - begrünt. Auch in Sachen Anlieferung, die über die Südseite und den dem Markt vorgelagerten Parkplatz erfolgen soll, werde es keine Geräuschprobleme geben. Bitte der Anwohner an den Projektentwickler gleichwohl: "Sorgen Sie dafür, dass der Lebensmittelmarkt nach Geschäftsschluss mit einer Schranke versehen und nicht zum - lärmintensiven - Kinderspielplatz wird." Für die Fraktionen gaben Kai Alack (SPD) und Heinrich Meier (CDU) ihre Stellungnahmen ab: "Wir hatten uns auf die Fahnen geschrieben, dass wir die Brache binnen fünf Jahren weghaben wollen. Jetzt wird uns das in kürzester Zeit gelingen - ohne dass wir viel dafür tun müssen." Ebenso sieht's Meier und ergänzt: "Ob Netto am Standort überleben kann oder nicht, ist keine Frage, über die wir zu befinden haben. Die wird - im Wortsinn - der ,Markt' regeln." Gerhard Hasse: "Ein Lebensmittelmarkt auf dem Brachland ist auch für die Anwohner die beste Lösung." Große und hohe Wohnhäuser seien es dagegen nicht. "Von denen", so Hasse, "würde vielleicht mehr (Kinder-)Lärm ausgehen, als ihn ein Markt je produzieren kann". Weiterer Gang der Dinge: "Jetzt", so Schönemann, "muss der Landkreis Schaumburg über den Bauantrag entscheiden". Stimmt der zu, kann's sofort losgehen. Was sehr im Interesse von Netto ist. Denn Garbers zufolge, möchte der Marken-Discounter bereits im Spätsommer oder Herbst in Klein Eilsen eröffnen.



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