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Ursache unklar - Bergung erst am Wochenende möglich / Ölsperren gegen ausgelaufenen Kraftstoff

"Rätselhaft": Yacht sinkt im Doktorsee-Hafen

Rinteln (crs). Großeinsatz für Polizei, Feuerwehr, Technisches Hilfswerk, Wasserschutzpolizei, Wasserschifffahrtsamt und Untere Wasserbehörde am Doktorsee: Aus bislang ungeklärter Ursache ist im Hafen des Motor-yacht-Clubs die Zehn-Meter-Yacht eines Vereinsmitglieds aus Warburg gesunken. Wegen des hochwasserbedingt hohen Wasserstandes war bislang keine Bergung möglich. Die Sorge der Rettungskräfte gilt zunächst der Umwelt: Gestern war ein Großaufgebot im Einsatz, um Ölsperren zu errichten und auslaufenden Diesel-Kraftstoff abzubinden.

veröffentlicht am 11.12.2007 um 00:00 Uhr

Großeinsatz am Yachthafen, dem so genannten "Doktorsee 2": Feuer

"So etwas habe ich noch nicht erlebt, das ist uns allen unerklärlich." Motoryacht-Club-Vorsitzender Nils Pengel ist fassungslos: Am Mittwochabend hatten MYC-Mitglieder die rund 50 Jahre alte Yacht zum letzten Mal bewusst an ihrem Liegeplatz wahrgenommen, am Sonnabendnachmittag fiel dem ehrenamtlichen Hafenmeister Dieter Kassner bei seinem routinemäßigen Rundgang das Fehlen des Schiffes auf. Irgendwann in der Zwischenzeit muss die achteinhalb Tonnen schwere Yacht versunken sein. Und zwar spurlos: Noch nicht einmal der Fahnenmast ragt noch aus dem Wasser heraus, Kontakt mit dem Steg hat die gesunkene Yacht nur noch durch die stark unter Spannung stehende Heckleine. Die anderen Leinen sind gerissen. Über die Ursache kann zum jetzigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Möglich, dass Wasser über ein Leck, ein verrostetes Seeventil oder eine kaputte Dichtung in den Schiffsrumpf eingedrungen ist - "wir wissen es nicht, es ist ein rätselhafter und bestürzender Vorgang", sagt Pengel. Die Yacht, gut 20 000 Euro wert, sei sauber verpackt gewesen, schon winterfest, ohne ersichtliche Mängel. Der 81 Jahre alte Eigner der Yacht kommt aus der Nähe von Warburg, ist seit Jahren Stammgast am Rintelner Doktorsee, der älteste aktive Eigner des Vereins. Und ein Weltenbummler: Mit seiner "Fermate" war er schon in London und Paris, ist quer durch West- und Osteuropa geschippert. Die Nachricht vom Untergang seiner Yacht hat ihn schwer getroffen. "So ein Schiff ist Teil des Lebens", kann Nils Pengel die Trauer des Eigners um sein Schiff nachvollziehen. "Wenn eine Yacht am Liegeplatz sinkt, ist das der ,worst case' für einen Skipper. Wir leiden alle mit." Unterdessen haben gestern etliche Helfer dafür gesorgt, dass die Umwelt keinen Schaden nimmt. Denn im Tank der gesunkenen Yacht befinden sich noch einige Liter Dieselkraftstoff - über die Tankentlüftung ist bereits Kraftstoff ausgetreten. Nachdem der Verein selber bereits eine Ölsperre errichtet hatte, hat die Feuerwehr Rinteln gestern zwei weitere schwimmende Sperren aufgebaut - das Material hierfür musste eigens aus Stadthagen und Minden angefordert werden - und die Doktorsee-Einfahrt zur Weser hin abgeschottet. Mit Bindemittel wurde der ausgelaufene Dieselkraftstoff außerdem unschädlich gemacht. Am Wochenende, so hofft der Verein, soll die gesunkene Yacht zunächst von THW-Tauchern untersucht und dann mit Hilfe von Luftsäcken gehoben werden. Ob von "Fermate" dann noch etwas zu retten sein wird? Nils Pengel befürchtet nach einer so langen Zeit unter Wasser zu gravierende Schäden an hölzerner Einrichtung und technischen Geräten: "Wir müssen wohl leider von einem Totalschaden ausgehen."

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