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Ziel war der Eiffelturm und St. Maur / Und einer musste immer den Bulli fahren

Radtour durch vier Länder

HAMELN. Sie sind wohlbehalten zurück und schwärmen noch immer von ihrer tollen Radtour.

veröffentlicht am 20.06.2018 um 15:04 Uhr

Die Bürgermeister beider Städte, Claudio Griese und Sylvain Berrios besiegelten die Städtepartnerschaft. FOTO: Hans-Georg Kunz

Von Hameln aus ging es über Bad Oeynhausen, Beelen, Nordkirchen, Wesel, Roermond (NL), Zolder (BE), Leuven (BE), Brüssel (BE), Maubeuge (BE), St. Quentin (FR), Compiègne, Mitry-Mory nach St. Maur. Die 14 Mitglieder vom ADFC Hameln-Pyrmont-Holzminden radelten von Hameln zur französischen Partnerstadt St. Maur bei Paris, um die 60-jährige Partnerschaft gebührend zu feiern. Sie durchquerten auf ihrer Tour vier der sechs Gründungsstaaten der EU.

Nachdem Hamelns Oberbürgermeister Claudio Griese die sportliche Gruppe vor dem Rathaus verabschiedet hatte, hieß es „Auf den Sattel, in die Pedalen treten und die Räder rollen lassen“. Das Wetter spielte mit, die Laune war genial. Horst Maler und Hans-Georg Kunz vom ADFC Hameln hatten die Tour bestens vorbereitet. Die sieben E-Biker und ebenso viele Radler ohne elektrischen Antrieb fanden tolle Übernachtungsorte vor.

Schotter und auch mal mit Gras bewachsene Wege wurden auch überwunden. Holland war nach fünf Tagen erreicht. Hier fiel ganz besonders die überaus rücksichtsvolle Fahrweise der Autofahrer in Bezug auf die Radfahrer auf. Auch in Belgien fühlten sich die Radler sicher, es machte Spaß, die Räder surren zu lassen. Pausen gab es reichlich und auch an Verpflegung mangelte es nicht. Pommes in Belgien, die waren ebenso Pflicht wie „Hamburger“ im Hardrock-Café in Paris. Die Strecken waren zum Teil so einsam, dass es keine andere Möglichkeit gab, als ein gemütliches Picknick einzunehmen.

Paris am Fuße des Eiffelturms – die Hamelner haben ihr Ziel mit den Rädern fast erreicht. Die Partnerstadt St. Maur ist 11,7 Kilometer vom Zentrum von Paris entfernt. FOTO: Hans-Georg Kunz
  • Paris am Fuße des Eiffelturms – die Hamelner haben ihr Ziel mit den Rädern fast erreicht. Die Partnerstadt St. Maur ist 11,7 Kilometer vom Zentrum von Paris entfernt. FOTO: Hans-Georg Kunz
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Das Gepäck wurde mit einem Bulli von Hotel zu Hotel transportiert. Hier entstand an manchen Tagen ein kleines Problem: Keiner der Radler hatte Lust, mit dem Bulli statt mit dem Bike zu fahren. Aber auch das wurde kameradschaftlich jeden Tag aufs Neue gelöst. Angekommen am Hotel, war die erste Amtshandlung der Sportler: Völlig durchgeschwitzt noch vor der Dusche die erste Flasche Bier am Bulli zu genießen.

Anhand der Nummernschilder erkannten die Radler, dass sie die grüne Grenze zwischen Belgien und Frankreich passiert hatten. Die Situation auf den Straßen wurde „ruppiger“. Nach bergauf und bergab war er in weiter Ferne zu sehen: der 324 Meter hohe Eisenfachwerkturm – der Eiffelturm. Das Ziel St. Maur südöstlich von Paris war also auch fast erreicht.

Hektisch, chaotisch, laut – das sind die richtigen Worte für diese lebendige Stadt. Vorbei am Moulin Rouge und mit kurzer Verschnaufpause am Eiffelturm ging es auf lebhaft befahrenen Nationalstraßen weiter zur Partnerstadt St. Maur. Der Bulli war schon da, und auch Oberbürgermeister Claudio Griese und seine Delegation waren angekommen. Nach alter Tradition gab es das obligatorische Bier am Bulli und endlich eine Unterkunft für drei Nächte.

Der nächste Tag stand im Zeichen der Zeremonie der Städteverbindung im Rathaus von St. Maur. Die Radler fuhren mit großem Applaus auf den Rathausvorplatz ein und Oberbürgermeister Griese präsentierte anhand von Schautafeln die Stadt Hameln. Interessiert zeigte sich eine Delegation der Stadt St. Maur. Anschließend fand im festlichen Saal des Rathauses die Besiegelung der Partnerschaft durch die beiden Bürgermeister statt. Auch der Bürgermeister von St. Maur, Sylvain Berrios, überreichte den Radlern einen Trinkbecher und sprach ebenso wie Claudio Griese ein ganz besonderes Lob an das 14-köpfige ADFC-Team für die gefahrenen 1033 Kilometer aus. Auf dem mittelalterlichen Markt mit Gauklern und Handwerkern wurde der Tag der 60-jährigen Partnerschaft zwischen Hameln und St. Maur zu einem weiteren Vergnügen. Hamelner Handbrot, französischer Käse und dazu das passende Glas Wein in geselliger Runde unter freiem Himmel – so stellt man sich das Leben in Frankreich vor. Und wer darf auf solch einem Fest auf gar keinen Fall fehlen? Genau – der Rattenfänger von Hameln. Mit seiner Flöte und seinen Geschichten zog er nicht nur die Kinder auf dem Fest in seinen Bann. Alt und Jung folgten ihm und seiner Flöte quer durch die Grünanlagen von St. Maur.

Den Tag vor der Abreise hatte der Radclub aus St. Maur organisiert. Es ging an einen See, dort gab es Wein und Käse. Zurück am Hotel wurden die Räder verladen und die Bahnfahrt stand bevor.

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