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Hans-E.-Drebing-Simulatorzentrum offiziell an die Heeresfliegerwaffenschuleübergeben

Quantensprung in der Pilotenausbildung

Achum (thm). Seit etwas mehr als einem Jahr bereits erhalten im Hans-E.-Drebing-Simulatorzentrum der Heeresfliegerwaffenschule angehende Hubschrauberpiloten ihren Feinschliff. Jetzt ist die 120-Millionen-Euro-Investition mit der Schlüsselübergabe von den Erbauern an die Heeresflieger offiziell in Betrieb genommen worden.

veröffentlicht am 28.09.2006 um 00:00 Uhr

Reiner Brombach hat den Bogen raus: Zielsicher steuert er den vi

Der Geschäftsführer der CAE Elektronik GmbH aus Stolberg in der Nordeifel, Ulrich Aderhold, nannte das Verwirklichen dieses Großprojektes "etwas Besonderes". In der Tat: Seit den ersten Gesprächen über das Vorhaben sind mehr als zehn Jahre ins Land gegangen. Seither ist in "gemeinsamer Anstrengung" dasentstanden, von dem Aderhold sagt: "Es gibt nichts Besseres weltweit." Und das bedeutet: In vier Hallen befinden sich insgesamt zwölf eigenständige Flugsimulatoren: je zwei für die Nachtflugschulung auf den Hubschraubermustern Bell UH-1D und CH53-G sowie acht weitere für den neuen Schulungshubschrauber EC-135, auf dem die fliegerische Grundausbildung der Heeresfliegerpiloten stattfindet. Auf Besonderheiten dieser Anlage machte Harald Stein aufmerksam. Der Vizepräsident des Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung mit Sitz in Koblenz nannte dabei vor allem die Möglichkeit, die einzelnen Simulatorcockpits miteinander vernetzen zu können. Das ermögliche es sogar, Verbandsflüge zu trainieren, sogar als Nachtflüge. Auch Stein hob die "engagierte Zusammenarbeit" hervor, die, wie er einräumte, "nicht zu jeder Zeit harmonisch" verlaufen sei. Schwamm drüber, zumal sich der Erfolg des Projektes "am regen Interesse Dritter" ablesen lasse. Inzwischen würden auch Piloten der Bundespolizei in Achum geschult, eine Kooperation, die weitere Interessenten auf Achum aufmerksam machen dürfte. Stein benannte einen weitren Vorteil der Anlage: "Sie hilft auch beim Entwickeln von neuen Zielerfassungssystemen, wobei die Erfahrungen der Simulatorpiloten gleich in diese Neuerungen einfließen." Dass nebenbei noch weniger Lärm und Schmutz das Bückeburger Umland belasten, weniger Sprit verflogen wird und die Flugausbildung gefahrloser verläuft, sind weitere markante Kenngrößen Brigadegeneral Dieter Schuster vom Heeresamt sprach mit Blick auf dieses Projekt gar von einem "Quantensprung". Die Ausstattung beschreite "völlig neue Wege". Neu auch: Betreuung und Wartung lägen für den Bereich der Bundeswehr erstmals in Händen der Industrie. Schuster: "Ich erwarte von der Heeresfliegerwaffenschule, dass sie konsequent auf dem Weg zur Neuordnung der fliegerischen Ausbildung fortschreitet. Spielen Sie weiter Ihre Vorreiterrolle." Dann wurde es ernst: Der Schlüssel zum Gebäude, ästhetisch verpackt von Künstler Volker Kühn, setzte an zu seinem Stafetten-Flug von Ulrich Aderhold zu Harald Stein zu Dieter Schuster zu Brigadegeneral Richard Bolz zu Oberstleutnant Thomas Mallwitz, dem Leiter des Simulatorzentrums. Anschließend lud der Gastgeber seine 100 Ehrengäste, darunter Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach und den Landtagsabgeordneten Friedel Pörtner, zum Probefliegen ein.

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