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Zwischenstand des Regio-Wirtschaftsbarometers / 69 Prozent der Unternehmen geht es "gut"

Qualifiziertes Personal ist absolute Mangelware

Weserbergland (TT). Zwei Drittel der Chefs im Weserbergland kommen beim Blick in ihre Geschäftsbücher zu dem Ergebnis, dass es ihrem Unternehmen "gut geht". Das ist die zentrale Aussage einer Sommerumfrage des "Regio-Wirtschaftsbarometers 2008" durch die Hamelner Transforma Syndikat (TFSG).

veröffentlicht am 11.09.2008 um 00:00 Uhr

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Demnach schätzen 38 Prozent der befragten Unternehmer die Entwicklung der eigenen Firma "besser als erwartet" ein und weitere 31 Prozent "wie erwartet" - allerdings berichten ebenfalls 31 Prozent, ihre eigene Lage sei "schlechter als erwartet". Wie TFSG-Geschäftsführer Thomas Mahrenholtz gegenüber unserer Zeitung erläuterte, sei die wichtigste positive Nachricht der Sommerumfrage, dass "die heimischen Firmen mit den veränderten Marktbedingungen im Weltmarkt umgehen können und nicht wie die Kaninchen vor der Schlange sitzen". Andererseits lesen Mahrenholtz und sein Marktanalyst Günter Brokopp aus der Studie auch eine deutlich negative Nachricht heraus: "Der hiesige Personalmarkt ist eindeutig nicht ausreichend, der demografische Wandel ist stärker angekommen in den Unternehmen." Für die Zwischenstudie hat die TFSG Unternehmen aus den Landkreisen Hameln-Pyrmont, Holzminden und Schaumburg befragt - wie schon bei der Erstauflage des Wirtschaftsbarometers im Herbst 2007 in Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeberverband der Unternehmen im Weserbergland (AdU). Damals lauteten die Kernaussagen, dass 50 Prozent der Unternehmen die Entwicklung des eigenen Betriebes in 2008 optimistisch sahen; dass 26 Prozent der Unternehmen an eine Belebung ihrer eigenen Branchenkonjunktur glaubten; und dass 56 Prozent die allgemeinen wirtschaftlichen Bedingungen gegenüber dem Vorjahr als "besser" oder "gleich" einstuften. Mahrenholtz erklärte nun zur aktuellen Sommerumfrage, dass mittlerweile "alle Unternehmer durchs Tal gegangen sind und auf die Produktivität und die Kosten geschaut haben". Viele Betriebe, so habe die Zwischenstudie ergeben, hätten sich "gesundgeschrumpft". Auf diesem Niveau sei der Anteil derer, die "das Erreichte bewahren wollen, glatt verdreifacht", hebt Mahrenholtz als positive Aussage hervor. Die Kehrseite der Medaille: "Es wird weniger in neue Produkte investiert." Zudem habe sich der Eindruck verfestigt, dass sich das Problem vergrößert hat, "als Unternehmer qualifiziertes Personal zu finden - diese Sorge ist für viele Firmen nur schwer oder aber gar nicht zu lösen". Der zahlenmäßige Beweis: Im Jahr 2007 hatten 15 Prozent der befragten Unternehmer keine Probleme bei der Personalbeschaffung - heute liegt dieser Wert glatt bei Null. Für das Regio-Wirtschaftsbarometer 2008 - für das die TFSG jetzt im September und im Oktober die Unternehmen anspricht und auf große Resonanz hofft - wollen die regionalen Analysten nochmals verstärkt ein Auge gezielt auf den Personalmarkt werfen. Mahrenholtz: "Wenn der Personalmarkt regional zu betrachten ist und viele Chefs für technische wie kaufmännische Bereiche kein geeignetes Personal finden, dann ergeben sich daraus irgendwann auch Fragen zum Thema Ausbildung." Schon in der Sommerumfrage hatte die TFSG ein neues Themenfeld aufgetan: Wie gefährlich sind hohe Energiepreise für die Wirtschaft im Weserbergland? Auf diese Frage antworteten mit "sehr stark" 15 Prozent der befragten Unternehmen, mit "stark" 46 Prozent, mit "etwas" 15 Prozent und mit "nein" 24 Prozent. Für 76 Prozent der Unternehmen haben hohe Energiepreise also Auswirkungen auf Erfolg oder Misserfolg. Mahrenholtz sieht dennoch Unterschiede: "In Branchen, in denen alle Konkurrenten demselben Preis unterliegen, pendelt sich der Markt aus. Aber der Spediteur, dem die polnische Konkurrenz im Nacken hängt, der hat es schwer."

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