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Kosovo-Albaner vom Landgericht zu Jugendarrest verurteilt

Prügelei an der Bushaltestelle - Busfahrer greift nicht ein

Rinteln (maf). Acht Monate nach dem brutalen Angriff auf einen 18-jährigen Gymnasiasten in Deckbergen konnte das Bückeburger Landgericht nun einen Schlussstrich unter die Prügelei an der Bushaltestelle ziehen: Es bleibt bei der erstinstanzlichen Entscheidung des Amtsgerichtes Rinteln. Im Mai hatte der Rintelner Richter die drei 16 bis 19 Jahre alten Jugendlichen zu drei beziehungsweise vier Wochen Jugendarrest verdonnert. Ein im Kosovo geborener Mann (56), der sich in die Schlägerei mit drei jugendlichen Tätern eingemischt hatte, nahm nach belastenden Zeugenaussagen seine Berufung zurück.

veröffentlicht am 15.09.2006 um 00:00 Uhr

Der jetzt in die Berufung gegangene Vater eines Jugendlichen war vom Amtsgericht Rinteln wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe belegt worden. Der Fall: Am Morgen des 17. Januar herrschte an der Haltestelle an der Bundesstraße 83 das übliche Gedränge, als die Fahrschüler in den Bus einsteigen wollten. Dabei schubste einer der später Angeklagten, ein 17-Jähriger, einen anderen Schüler und gab ihm eine Kopfnuss. Der 18-jährige Gymnasiast, das spätere Opfer, sah das, tippte den Jugendlichen auf die Schulter und sagte: "Hör mal auf zu drängeln". Ohne zu zögern, schlug der Angeklagte auf den Gymnasiasten ein. Ein Schüler, der die bedrohliche Situation bemerkte, bat den Busfahrer einzuschreiten - ohne Erfolg: Der Bus fuhr davon. Danach griffen auch die beiden anderen Angeklagten den Gymnasiasten an. Schließlich schaltete sich der herbeigerufene Vater eines der Schläger ein. Anstatt den Streit zu schlichten, packte der 56-jährige den Gynasiasten an dessen eigenen Schal, zog ihn daran hoch und würgte ihn, bis der Jugendliche blau anlief. Das Opfer erlitt bei der Auseinandersetzung unter anderem eine Platzwunde und Schwellungen im Gesicht. Die Angeklagten und Angehörige der beiden ausländischen Familien hatten vor dem Rintelner Gericht eine andere Version geschildert: Danach soll der Gymnasiast die Schwester der Angeklagten belästigt haben. "Von A bis Z erlogen", hatte schon Amtsrichter Christian Rost festgestellt. Das Landgericht schloss sich jetzt seinem Urteil an. Der jüngste der Täter ist inzwischen übrigens für einen ähnlich gelagerten Zwischenfall verurteilt. Er hatte in einem Bus zwei Schüler geschlagen.

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