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Vor Gericht: Drei Schüler und ein Vater verurteilt / Zweiter Zwischenfall im Bus

Prügelei am Schulbus: Jugendarrest und Bewährungsstrafe für vier Täter

Rinteln (maf). Vier Monate nach dem brutalen Angriff auf einen Gymnasiasten (18) an der Bushaltestelle in Deckbergen hat Amtsrichter Christian Rost jetzt vier Angeklagte wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verurteilt: Während drei 16 bis 19 Jahre alte Schüler nun drei beziehungsweise vier Wochen Jugendarrest abbrummen müssen, wurde der Vater (56) eines Jugendlichen mit einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe belegt.

veröffentlicht am 27.05.2006 um 00:00 Uhr

Am 17. Januar herrschte an der Haltestelle dasübliche Gedränge, als die Fahrschüler gegen 7 Uhr in den Bus einsteigen wollten. Dabei schubste der 17-jährige Angeklagte einen anderen Schüler und versetzte ihm eine Kopfnuss. Der Gymnasiast sah, dass gerempelt wurde, tippte den in Syrien geborenen Jugendlichen auf die Schulter und sagte: "Hör auf zu drängeln". Der 17-Jährige ging sofort auf den jungen Mann los und schlug ihn. Dann kamen auch die 16 und 19 Jahre alten Angeklagten hinzu. Ein Zeuge, der die bedrohliche Situation bemerkte, bat den Busfahrer einzuschreiten - vergeblich: Der Bus fuhr los. Schließlich prügelten die drei Jugendlichen auf das Opfer ein, wobei der 17-Jährige auch mit einer Gürtelschnalle zulangte. Als die Schlägerei noch nicht beendet war und der Gymnasiast bereits am Boden lag, mischte sich sogar noch der herbeigeholte Vater eines Jungen ein. Anstatt schlichtend einzugreifen, packte der aus dem Kosovo stammende Mann das Opfer an seinem eigenen Schal und zog ihn daran hoch. Dabei wurde der 18-Jährige quasi gewürgt. Die Angeklagten und Angehörige der beiden ausländischen Familien schilderten dagegen eine andere Version des Geschehens. Danach soll der erheblich verletzte Gymnasiast - er erlitt unter anderem eine Platzwunde und Schwellungen im Gesicht - zunächst auf die Schwestern der jugendlichen Angeklagten und dann auf die drei Schüler losgegangen sein. "Das ist von A bis Z gelogen", monierte Richter Rost. Der jüngste Täter wurde außerdem für einen ähnlich gelagerten Zwischenfall verurteilt. Während einer Busfahrt im September vorigen Jahres forderte der 16 Jahre alte Schüler zwei junge Leute auf, ihre Sitzplätze zu räumen. Die beiden standen auch auf, bekamen aber dennoch Nackenschläge.

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