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Krankenhausmitarbeiter sammeln mehr als 150 Unterschriften

Protestpost für Ulla Schmidt

Stadthagen (mw). Erneut haben Mitarbeiter des Kreiskrankenhauses Stadthagen einen Informationsstand auf dem Stadthäger Marktplatz errichtet, um die Bürger über die Finanznot deutscher Kliniken aufzuklären. Mehr als 150 Passanten zeigten sich am Sonnabend bereit, den mit der Aktion verbundenen Protest gegen die Budgetierung von Krankenhausleistungen und den Sanierungsbeitrag zugunsten der Krankenkassen mit ihrer Unterschrift zu unterstützen.

veröffentlicht am 18.08.2008 um 00:00 Uhr

"Die Patienten und die Bürger fordern uns weiterhin auf, auf die Straße zu gehen", erklärte Mira Wehmeyer, Personalratsvorsitzende des Kreiskrankenhauses Stadthagen, einen der Gründe für die erneute Präsenz auf dem Marktplatz. Mit einem Krankenhausbett, Protestschildern und Handzetteln machten sie und einige weitereKlinikmitarbeiter am Sonnabend zwei Stunden lang auf einen landesweit geführten Protest niedersächsischer Krankenhäuser aufmerksam. Auch im Kreiskrankenhaus Stadthagen seien die Kosten "immens" gestiegen, berichtete Wehmeyer mit Blick auf Preiserhöhungen bei Lebensmitteln, gestiegene Energie- und Personalkosten sowie die Erhöhung der Mehrwertsteuer. "Daraus resultiert, dass im Personalbereich immer weiter eingespart wird." Dies wiederum betreffe auch die Versorgung der Patienten. "Wir brauchen eine vernünftige Finanzierung, um eine vernünftige Pflege leisten zu können", forderte Wehmeyer. Die Budgetierung - zu der auch die sogenannten Fallpauschalen zählen - müsse "anders gestaffelt werden" und bundesweit einheitlich sein. Schließlich sei nicht einzusehen, dass eine identische Leistung nicht gleich bezahlt werde. Außerdem müssten die Sanierungsbeiträge für die Krankenkassen (0,5 Prozent der Einnahmen einer Klinik) abgeschafft werden. Als "unsere Sorge" bezeichnete die Personalratsvorsitzende, dass weiterhin Krankenhäuser in Niedersachsen geschlossen werden, wobei insbesondere so kleine wie das Kreiskrankenhaus Stadthagen betroffen sein könnten. Der Bürger allerdings wolle vor Ort klinisch versorgt werden. In ganz Deutschland steuere man aufgrund der für Mediziner wenig attraktiven Arbeitsbedingungen zudemauf einen Ärztemangel hin. Mit der Resonanz auf die Aktion in der Stadthäger Fußgängerzone zeigte sich Wehmeyer indes zufrieden. Mehr als 150 Passanten hätten am Sonnabend auf ausliegenden, an die Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt adressierten Protest-Postkarten unterzeichnet.



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