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CDU-Aussagen beunruhigen den Geschäftsführer / "Müssten Kapitel Bad Eilsen bis auf weiteres schließen"

Projekt "Neukauf": Edeka befürchtet Scheitern

Bad Eilsen (tw). Trotz allen "Gegenwindes" hält Edeka am Bau des Neukauf-Marktes auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik fest. Das erklärt Andreas Stegemann gegenüber der Landes-Zeitung. Allerdings verhehlt der Geschäftsführer Edeka-Miha-Immobilienservice angesichts der CDU-Planspiele, die Klinik mit Geld aus Brüssel abreißen zulassen (wir berichteten) seine Befürchtung nicht, das Projekt könne platzen.

veröffentlicht am 19.05.2007 um 00:00 Uhr

Abrissobjekt: Aus Edeka- Sicht müsste die CDU gut begründen, "wa

Stegemann: "Inwieweit Michael Dörfel den Betrieb seines Aktiv-Marktes nach der Eröffnung von Netto in Heeßen aufrechterhalten kann, bleibt abzuwarten." Derzeit sei der Dörfel-Markt nur deshalb profitabel, weil notwendige Investitionen nicht getätigt worden seien und der Markt somit durch eine geringe Abschreibung auf Anlagen (AfA) belastet werde. "Sicher ist aber", so Stegemann, "dass sich im Zuge von Netto der Abfluss von Kaufkraft aus Bad Eilsen weiter steigern wird". Die Kaufkraftbindung vor Ort, mit den einhergehenden positiven Effekten für Handel und Bevölkerung, kann aus seiner Sicht auf Dauer nur ein Vollversorger mit einer Verkaufsfläche von mindestens 1100 Quadratmetern plus 50 Quadratmeter Bäcker gewährleisten, der das Einzugsgebiet adäquat bedienen könne. Im Übrigen sähen auch die Raumordnungsbehörde beim Landkreisund die IHK eine Versorgungslücke in genau diesem Bereich. Stegemann: "Für den Fall, dass der Edeka-Neukauf-Markt gebaut wird, ist durch unser Unternehmen für Michael Dörfel und dessen Mitarbeiter bereits eine Folgelösung gefunden worden. Herr Dörfel verlagert seine Existenz nach Eimbeckhausen, und seine Mitarbeiter werden von der Betreibergesellschaft Edeka-MarktMinden-Hannover übernommen." Edeka selbst habe sich den Standort Schaumburg-Klinik langfristig gesichert. In die jüngsten Planspiele der CDU hinsichtlich des EU-finanzierten Abbruchs sei nach Stegemanns Wissen der Eigentümer nicht eingeweiht. "Ich denke, die CDU muss schon gut begründen, warum sie Gelder der Allgemeinheit für einen Abbruch beanspruchen will, wenn eine Investorenlösung mit einem konkreten Konzept vorliegt, das auch noch der Wirtschaftsförderung dient und der Gemeinde keine Kosten verursacht", betont der Immobilien-Chef. Bad Eilsen sei aufgrund seiner Topografie im Entwickeln seines Handels eingeschränkt. Der Bau von Einfamilienhäusern, wie sie Bürgermeister Horst Rinne (CDU) auf dem Gelände der Klinik kürzlich in Aussicht gestellt hatte, könne in so exponierter Lage nur zu einer weiteren "Beruhigung" des Kurortes beitragen und weitere Gewerbe-Leerstände verursachen. Dieses Szenario sei dem Erhalt des Kurortstatus "sicherlich nicht förderlich". Indes: "Wenn Herr Rinne zwischen Ende Mai und Ende Juni 2007 Klarheit in Sachen des Edeka-Engagements erwartet, dann ist das voll in unserem Sinne. Wir wollen wissen, woran wir sind und nicht immer wieder vertröstet werden!", sagt Stegemann. Letztendlich würde die Entscheidung über das Genehmigen des Neukaufs bei den Politikern und nicht bei Edeka liegen: "Wir haben in der Vergangenheit konkret unsere Wünsche geäußert, jetzt warten wir seit längerem auf konkrete Beschlüsse zur Größe und den weiteren Schritten, damit wir Planungs- und Investitionssicherheit bekommen. Wir sind in Vorleistung getreten und haben alles versucht, um das Verfahren zu beschleunigen." In der jüngsten Ratssitzung sei aus den Reihen der CDU erklärt worden, dass sich die Fraktion gegen einen auf dem Gelände der Klinik genehmigungsfähigen Markt mit einer Größe von 800 Quadratmetern Verkaufsfläche nicht sperren würde. Dazu bemerkt Stegemann, dass ein Konzept für einen zukunftsfähigen Bad Eilser Vollversorger auf dieser Fläche nicht unterzubringen sei und deshalb von Edeka auch nicht umgesetzt werde. Stegemann am Ende: "Sollte unser Ansinnen zum Bau eines Neukaufs abgelehnt werden, was ich angesichts der CDU-Aussagen zum EU-geförderten Abriss befürchte, müssen wir das Kapitel Bad Eilsen bis auf weiteres schließen." Er selbst habe aber noch Hoffnung, dass es eine politische Mehrheit für den Neukauf gibt - so wie es zumindest vor der Kommunalwahl 2006 der Fall gewesen sei ...



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