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Konzept sieht Gastronomie und Kultur am Bruchhof vor / Verhandlungenüber Kauf der Immobilie laufen

Projekt bietet 25 Jobs für seelisch Behinderte

Stadthagen (jl). Arbeitsmöglichkeiten für seelisch kranke Menschen sind absolute Mangelware. In Schaumburg gibt es jetzt einen Ansatz, auf einen Schlag 25 Angebote zu schaffen. Die Initiative kommt von der gemeinnützigen GmbH Hof Windheim in Probsthagen. Diese hat sich für ihr Vorhaben ein historisches Gemäuer ausgesucht: den Bruchhof vor den Toren Stadthagens. Komponenten des Projekts sind Gastronomie, Kunst und Kultur.

veröffentlicht am 26.03.2007 um 00:00 Uhr

Nach den Darlegungen von Geschäftsführer Andreas Landmann ist die Arbeitslosenquote bei seelisch Kranken enorm hoch. Unter anderem, weil diese Menschen schwer in einen stark geregelten Arbeitsablauf einzubinden sind. Landmann und Kollegen, die seit knapp 20 Jahren ein psychiatrisches Wohnheim in Probsthagen betreiben und seiteinigen Jahren zusätzlich eine Tagesstätte in Stadthagen sowie betreutes Wohnen anbieten, wollen bei ihrem nächsten Standbein für Schaumburg neue Wege gehen. Über Beschäftigung sollen zwei wichtige Ziele erreicht werden: Die allmähliche Eingliederung der psychisch Kranken in einen strukturierten Alltag und die Entlastung der Sozialkassen. Die geplanten 25 Arbeitsplätze sollen den seelisch Kranken Beschäftigung rund um eine öffentlich zugängliche Immobilie geben, in diesem Fall den seit langem zum Verkauf stehenden Bruchhof unweit der Bückeburger Straße. Die Arbeitsmöglichkeiten würden mit der Sanierung des historischen Gemäuers beginnen, später Instandhaltung und Bewirtschaftung umfassen. Leben soll das Projekt bekommen, indem der Bruchhof eine Gastronomie mit einem Ausflugscafé bekommt und zum Kunst- und Kulturzentrum würde. Dass so etwas funktioniert, haben kleine Aktionen auf dem Hof Windheim bereits gezeigt. Das Konzept ist in seiner monatelangen Reifephase mit allen Instanzen abgesprochen worden, die bei dieser ungewöhnlichen Arbeitsbeschaffungsmaßnahme ein Wörtchen mitzureden haben. Das sind unter anderem das Job-Center und der sozialpsychiatrische Dienst des Kreisgesundheitsamtes. Auch auf Landesebene und bei der Leitung des Landeskrankenhauses Wunstorf ist das Projekt auf Zustimmung gestoßen. Es ist nicht nur bei Zustimmung geblieben: Geschäftsführer Landmann hat auch eine Finanzierungsplanung mit einem enormen Volumen mit der Stiftung "Aktion Mensch" durchgesprochen. Was den Initiatoren noch fehlt, ist ein Abschluss der Verhandlungen mit der Fürstlichen Hofkammer in Bückeburg über den Kauf der Immobilie.

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