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Preisverleihung für die bewegtesten Grundschüler: Jetzt kommen 90 Prozent der Schüler zu Fuß zur Schule

Projekt „Bewegter Schulweg“ in Tündern erfolgreich

Tündern (hx). Das wissenschaftlich begleitete Projekt „Bewegter Schulweg“ der Grundschule Tündern war außerordentlich erfolgreich. Die fleißigsten Kinder und Klassen wurden nun für ihre Beteiligung prämiert. Insgesamt nahmen 140 Kinder und ihre Familien an dem Projekt teil. Die Schulkinder sollten motiviert werden, selber zu Fuß oder mit dem Fahrrad in die Schule zu kommen. Denn mehr als ein Drittel der Kinder wurde bisher mit dem Auto zum Unterricht gebracht. Dieses Verhalten hat sich durch mehrere Projektbestandteile deutlich verändert, und inzwischen kommen fast 90 Prozent der Kinder „bewegt“ zur Schule.

veröffentlicht am 24.02.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 03:41 Uhr

Konzentrationsstörungen, Übergewicht und motorische Defizite, das sind heutzutage geläufige Ergebnisse bei der Schuleingangsuntersuchung. Doch das muss nicht sein. „Bewegung tut gut“, das ist bereits schon seit längerem eine Maxime der als sportfreundliche Schule zertifizierten Grundschule in Tündern. Doch auch außerhalb der Schule gibt es gute Gelegenheiten zur Bewegungsförderung: Der Schulweg eignet sich ganz ausgezeichnet für die Kinder jeweils zweimal am Tag für zehn Minuten an die frische Luft zu kommen. „Ein weiter Vorteil ist der Beginn eines ruhigeren, strukturierten Tagesablaufs“, meint die Schulleiterin Marion Breimann, die das Projekt besonders unterstützt hat. Auch haben Fußgänger entgegen der allgemeinen Einschätzung weit weniger Unfälle. „Ich beobachte oft, dass gerade die Eltern beim zur Schule fahren der Kinder mit dem Auto gravierende Fehler im Verkehrsverhalten machen“, sagt der Kontaktbeamte der Polizei, Friedrich Meinberg, der das Projekt mit Unterrichtseinheiten begleitete. „Ein Kardinalfehler ist das Aussteigen lassen zur Straßenseite hin.“ Projektleiterin Cornelia Pieper, Studentin der Gesundheitswissenschaften, hatte im Vorfeld Schule und Eltern sensibilisiert. „Ich habe mit allen Beteiligten gesprochen, Infoveranstaltungen und Befragungen durchgeführt und den Eltern die Vorteile aufgezeigt“, berichtet Cornelia Pieper. „Viele Eltern haben mit mehreren, verschieden alten Kindern viel Stress, die Hol- und Bringezeiten im Zusammenhang mit dem Schulbesuch zu bewältigen. Diese Situation entkrampft sich nun, weil die Grundschüler zu Fuß gehen.“ Um auch für die Kinder einen Anreiz zu setzen, bekamen sie von der Schule einen Bewegungsplan, auf dem sie notierten, wie sie zur Schule kamen. Die Klasse mit den meisten „Fußgängern“ erhielt nun nach drei Monaten Projektlaufzeit einen Preis vom Förderverein der Grundschule. Die Erstklässler der Klasse 1a waren mit Begeisterung dabei und erzielten einen stolzen dritten Platz. Erster Preisträger beim „bewegten Schulweg“ war die Klasse 4a, die sich nun auf einen Badmintontag in der Hamelner Sportbox freuen kann, dicht gefolgt von der Klasse 3b. Zusätzlich wurden auch die Kinder mit den meisten Einträgen im Bewegungsnachweis mit Preisen vom Förderverein der Schule ausgezeichnet.

„Ich bin sicher, dass nach Abschluss dieses Projektes eine Nachhaltigkeit eingetreten ist und dass die Kinder wieder den Spaß an der Bewegung entdeckt haben“, meint Projektleiterin Cornelia Pieper optimistisch. Und auch über Tündern hinaus fand das Projekt Interesse. Bereits jetzt liegen Cornelia Pieper Anfragen anderer Hamelner Schulen vor, die auch „Bewegung“ in den Schulweg der Schüler bringen möchten.



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