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Kosten an Strombörse haben sich halbiert / Preise für Großkunden sinken

Private Haushalte zahlen zu viel Geld für ihren Strom

Trotz gesunkener Kosten an der Strombörse zahlen private Haushalte für den Strom aus der Steckdose bis zu sechs Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 14:39 Uhr

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Berlin/Hameln (ap/HW). Private Haushalte zahlen einer Studie zufolge zu viel für Strom. „Für Großkunden sind die Preise am Sinken, für Privatkunden steigen sie kontinuierlich“, sagte Dagmar Ginzel vom Verbraucherportal Verivox. Ausweislich der Studie müssen Verbraucher trotz halbierter Großhandelspreise an der Leipziger Strombörse derzeit 5,8 Prozent mehr ausgeben als im Vorjahr. Nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts sanken die Erzeugerpreise für Strom dagegen im August 2009 um neun Prozent im Vorjahresvergleich.

„Die Preise, Preisbestandteile und Beschaffungszeitpunkte von Tarifkunden, den Haushalten, und Sondervertragskunden wie der Industrie sind unterschiedlich. In den letzten zwei Jahren mussten große Sondervertragskunden Erhöhungen von bis zu 20 Prozent verkraften, während die Erhöhungen bei Tarifkunden etwa acht Prozent betrugen. Die Preise können nun wieder angeglichen werden“, begründet Susanne Treptow, Geschäftsführerin der Stadtwerke Hameln, und ergänzt: „Die Kartellbehörden vergleichen in der Regel einmal jährlich die Endkundenpreise und nehmen damit unseres Erachtens ihre Kontrollfunktion wahr“.

Privatkunden stehen steigenden Preisen jedoch nicht hilflos gegenüber, wie die Verivox-Sprecherin betonte: „Der Verbraucher muss nur mal schauen, ob es einen günstigeren Tarif gibt.“ 58 Prozent der Privatkunden zahlten trotz der Liberalisierung des Strommarkts noch den teuersten Tarif des Grundversorgers. Es lohne sich, nach einem günstigeren Tarif des gleichen Anbieters zu fragen. Ansonsten komme auch ein Wechsel infrage.

Nach den Worten Ginzels stehen viele Stromversorger in den Startlöchern, um die Preise erneut zu erhöhen. Der 1. Januar sei ein traditionelles Datum dafür. Im Rahmen der Studie untersuchte das Verbraucherportal die Preise lokaler Grundversorger, ihrer Wettbewerber und die Beschaffungspreise an der Leipziger Strombörse. Der Verivox-Verbraucherpreisindex Strom weist demnach für Oktober 2009 einen Kilowattstundenpreis von 22,36 Cent aus. Ein Haushalt mit einem Bedarf von 4000 Kilowattstunden bezahle knapp 900 Euro pro Jahr.

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