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„Prinzipiell ist die Pipeline eine gute Lösung für Werra und Weser“

Weserbergland (wb). Seit Jahren sorgt die Einleitung von Salzlauge durch die hessische Firma Kali&Salz in den WeserQuellfluss Werra für erhebliche Diskussionen. Umweltschützer und Anrainer schlagen Alarm. Dr. Falko Wagner vom Institut für Gewässer- und Fischereiökologie in Jena hat sich mit den „Auswirkungen der Salzbelastung auf Werra (und Weser)“ beschäftigt. Er referierte gestern Abend bei radio aktiv. Vor der Veranstaltung hat Joachim Zieseniß mit dem Wissenschaftler über das Thema gesprochen.

veröffentlicht am 02.09.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 19.11.2009 um 12:47 Uhr

Dr. Wagner

Welche Veränderungen durch Salzeinleitungen sind an der Werra beim tierischen Leben bereits zu beobachten?

Zahlreiche lebensraumtypische Arten fehlen. Als Beispiel von den 33 ursprünglich vorhandenen Fischarten sind derzeit noch 13, wobei einige davon wie Lachs und Stör im gesamten Einzugsgebiet fehlen, was jetzt nicht unmittelbar mit dem Salz zusammenhängt, sondern vielmehr mit den vielen Klärwerken. Den Salzeffekt sieht man aber auch noch bei den wirbellosen Tieren. Dort sind nur noch die Hälfte vorhanden etwa.

Welche Auswirkungen sind künftig auf die gesamte Gewässerökologie noch zu befürchten?

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Es ist durchaus eine positive Entwicklung zu verzeichnen, seitdem der Grenzwert von 2500 mg Chlorid eingehalten wird, und die Salzlaststeuerung greift die Tatsache aber auf, dass in dem schadstoffbelasteten Bereich nur der schlechte ökologische Zustand erreicht wird. Dies gilt wohl für die Fischfauna; die Wirbellosen und die Algen zeigen, dass der Grenzwert deutlich zu hoch ist.

Die Fischereiverbände setzen mit großem Aufwand seit Jahren Junglachse in der Weser aus, um diese Fischart wieder im Fluss anzusiedeln. Welche Aussichten auf Erfolg hat das Projekt, sollten die Salzeinleitungen durch K+S fortgesetzt werden?

Die Wiederansiedlung des Lachses in geeigneten unbelasteten Gewässern ist prinzipiell zu begrüßen. Inwieweit aber die Salzbelastung der Weser den Junglachsen physiologisch Probleme bereitet, ist bisher unklar. In jedem Fall wirkt die hohe Salzbelastung der Werra als Wanderbarriere.

K&S hat jetzt den Bau einer Salzpipeline zur Nordsee nicht ausgeschlossen. Sehen Sie darin die richtige Lösung, oder wird das Problem nur ins Wattenmeer verlagert?

Prinzipiell ist die Pipeline eine gute Lösung für Werra und Weser, aber es muss natürlich geprüft werden, inwieweit die vom Meerwasser abweichende Ionenzahlsetzung des Wassers das Ökosystem der Nordsee beeinträchtigt. Grundsätzlich muss man aber in der Werra noch über Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte mit dem Rückeintrag des in den Plattendolomit verpressten Salzwassers rechnen.

Die Fischereiverbände setzen mit großem Aufwand seit Jahren Junglachse in der Weser aus, um diese Fischart wieder im Fluss anzusiedeln.

Foto: dana



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