weather-image
23°

Gabriele Lösekrug-Möller hält Kanzelrede in der Stadtkirche Bodenwerder

Predigt einmal anders

Bodenwerder. „Selig sind, die hungert und dürstet nach Gerechtigkeit, denn sie sollen satt werden“, lautete das Thema der dritten Kanzelrede im Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder über die Seligpreisungen aus der Bergpredigt Jesu. Kanzelreden sind Reden zu besonderen Themen der Zeit, die nicht von Geistlichen gehalten werden, sondern von Laien, die aber mit ihrer Person und ihrer Profession für etwas einstehen und sich engagieren.

veröffentlicht am 14.10.2014 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 26.10.2016 um 17:18 Uhr

270_008_7498827_bowe153_1410_Kanzelrede_LoeMoe.jpg

Autor:

Karin Beißner
Weiterlesen für 20 Cent oder mit Ihrem Digital-Abo
Sie haben bereits ein Digital-Abo der DEWEZET? Dann melden Sie sich hier mit Ihren DEWEZET -Login an und lesen Sie den Text, ohne Ihn bei LaterPay bezahlen zu müssen.

Im Rahmen eines besonderen Gottesdienstes in der Stadtkirche St. Nicolai sprach die heimische SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller, Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Arbeit und Soziales, zu diesem Thema. Seit 2008 bereitet sich die evangelische Kirche auf das Jubiläum „500 Jahre Reformation“ vor, das 2017 begangen wird. Dabei steht jedes einzelne Jahr in dieser Lutherdekade unter einem bestimmten Motto. In diesem Jahr heißt es „Reformation und Politik“. „Schon von Anfang an ist die Reformation ein reges Wechselspiel mit der Politik eingegangen. Staatsmacht und Gottesherrschaft, Obrigkeit und Mündigkeit, Gehorsam und Gewissensfreiheit – für diese Größen und Werte ringt man seither in Kirche und Gesellschaft“, schreibt Superintendent Wöhler in der Einladung zu den Kanzelreden. Sie sind Teil des Dialogs von Kirche und Politik, die beide auf ihre Weise Verantwortung für das Gemeinwesen wahrnehmen. Darum hat der Kirchenkreis Holzminden-Bodenwerder in diesem Herbst politische Vertreter aller Parteien zum öffentlichen Nachdenken über die Seligpreisungen eingeladen, über deren Auslegung in der Vergangenheit immer wieder gestritten wurde.

Gabriele Lösekrug-Möller verstand es, durch ihre offene und sympathische Art und beginnend mit einem Beispiel aus ihrem persönlichen Umfeld, die Aufmerksamkeit der zahlreichen Zuhörer zu wecken, um dann ihre Sicht auf die Seligpreisungen zu schildern. Über das Grundbedürfnis des Menschen, Nahrung aufzunehmen, leitete sie über zum Thema eines anderen Hungers, des Hungerns nach Gerechtigkeit. Die Forderung nach der sozialen Gerechtigkeit zieht sich schon durch die Bibel, führte sie aus, und ist heute aktuell wie nie. Wir leben in einem Sozialstaat und jeder sollte sich der Gerechtigkeit verpflichtet fühlen, zu der auch die Leistungs- und Verteilungsgerechtigkeit zähle. In dem Zusammenhang warf sie die Frage nach der Teilhabe-Gerechtigkeit auf. Diese habe den Anspruch, dass jeder die Möglichkeit bekommt, am Leben der Gesellschaft teilzunehmen, sowohl materieller Art als auch mit gleichen Chancen durch Bildung und Arbeit. „Wie wir mit den Schwachen, den Benachteiligten und den Armen unter uns umgehen, daran entscheidet sich, ob wir den Weg der Gerechtigkeit gehen oder nicht. Ob wir auf Jesu Weg sind oder nicht.“ Sie kommt auf die Seligpreisungen aus der Bergpredigt zurück mit der Forderung: „Satt werden ohne Hunger, satt werden ohne Durst. Das kann und muss uns in Bewegung setzen, als Einzelne, als Stadtgemeinschaft, in Kirche und Politik.“ Der von Pastor Klein und Pastor Dortmund gestaltete Gottesdienst umrahmte die Kanzelrede thematisch in Wort und Musik. Ganz besonderen Applaus erhielt dabei Anja Hecht für ihr gefühlvoll vorgetragenes „Halleluja“. Im Anschluss an die Abendandacht bestand die Möglichkeit, mit Gabriele Lösekrug-Möller über ihre Kanzelrede ins Gespräch zu kommen. Sowohl die Pastoren Klein und Dortmund als auch die Gottesdienstbesucher, unter ihnen Superintendent Wöhler und viele Konfirmanden, ließen sich diese Gelegenheit nicht entgehen. Enttäuscht jedoch zeigte sich Kirchenvorstandsvorsitzende Christiane Sahm jedoch über die Reaktion aus der politischen Szene. Die Resonanz auf mehr als 40 verschickte Einladungen sei äußerst dürftig gewesen.

Die Reihe der Kanzelreden wird am Samstag, 18. Oktober, in der St.-Dionysius-Kirche in Stadtoldendorf fortgesetzt. Es spricht der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Vietz.



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2019
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Anzeige
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare
    Kontakt
    Redaktion
    E-Mail: redaktion@dewezet.de
    Telefon: 05151 - 200 420/432
    Anzeigen
    Anzeigen (Online): Online-Service-Center
    Anzeigen (Telefonisch): 05151 / 200 - 666
    Abo-Service
    Abo-Service (Online): Online-Service-Center
    Abo-Service (Telefonisch): 05151 / 200 777

    Keine Zeitung bekommen? Hier zur Zustell-Reklamation.
    X
    Kontakt
    X
    Herzlichen Glückwunsch, Ihr Adblocker funktioniert!

    Wir verstehen, dass Sie nicht hier sind, um Werbung zu sehen.
    Aber Werbe- und Aboeinnahmen sind wichtig für unsere journalistische Arbeit.


    Unterstützen Sie unseren Qualitäts-Journalismus, indem Sie Ihren Adblocker deaktivieren
    oder sich mit einem gültigem Digital-Abo anmelden.

    Sie haben ein Digital-Abo? Hier anmelden!

    Noch kein Digital-Abo?