weather-image
28°
Neuer Schwung durch neue Arbeitsgruppen / Kein Zuschuss der Stadt

Präventionsrat: Wir sind keine Unterabteilung der Verwaltung

Bad Nenndorf/ Rodenberg (tes). "Enge Zusammenarbeit ist wichtig." Mit diesen Worten hat Rektorin Brigitte Naber den Präventionsbeirat in der Bibliothek der Stadtschule begrüßt. In welche Richtung sich der gemeinsame Einsatz von Kindergärten, Schulen, Vereinen, Feuerwehr, Stadt, Jugend- und Gesundheitsamt sowie Polizei entwickeln soll, blieb in der jüngsten Sitzung jedoch lange ungewiss. Für Irritationen sorgte zudem, dass ein fest eingeplanter Zuschuss von der Nenndorfer Verwaltung versagt worden war.

veröffentlicht am 14.02.2008 um 00:00 Uhr

In einem Punkt sind sich alle einig: Die etablierte Weltkindertagsaktion wird wiederholt. Ansonsten kreiste die Frage, was aus den anderen Gruppen "Vereine" und "Integration" werden soll, die sich entweder aufgelöst hatten oder ins Stocken geraten waren. "Der Bedarf hat sich geändert", erklärte Sprecherin Annette Schediwy, die zu einer Ideenbörse aufgerufen hatte, um die Schwerpunkte der Arbeit neu zu definieren. Ein Vorschlag von Jugendzentrumsleiter Moran Dzang, sich auf ein Thema zu beschränken, scheiterte. "Damit wäre die Satzung infrage gestellt", sagte Schediwy. Nach langer Diskussion einigten sich die Mitglieder auf vier neue Gruppen. Das bisher erfolgreichste Projekt, der Weltkindertag, läuft ab sofort unter dem Dach der "Kinder-, Jugend- und Senioren"-Gruppe. Hier liegen zudem erste Pläne vor, eine Seniorenschülerhilfe anzuschieben. Eine weitere Gruppe entwickelt "Jahresschwerpunkte". So könnten laut Dzang unter dem Motto "Gesund leben in Bad Nenndorf" alle Institutionen im Ort passende Veranstaltungen und Aktionen auf die Beine stellen. Die dritte Gruppe widmet sich der "Netzwerkarbeit". Die vierte befasst sich unter dem Titel "Öffentlichkeitsarbeit" unter anderem mit der von Schediwy angeschobenen Idee, einen Wettbewerb an den Schulen auszuschreiben - mit dem Ziel, ein Logo für den Präventionsbeirat zu entwickeln. Übergreifende Fragen werden im Plenum behandelt - auch die Finanzsituation. Nenndorfs Polizeichef Michael Andreas Meier war verärgert, weil der Antrag für einen Zuschuss zum Vortrag des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen (KFN) in der Stadtschule von der Bad Nenndorfer Verwaltung im Nachhinein abgelehnt worden ist. Der Präventionsbeirat war fest davon ausgegangen, einen Teil der für ihn vorgesehenen Gelder im städtischen Haushalt für diesen Zweck abrufen zu können. "Ein unschöner Vorgang, besonders vor dem Hintergrund, dass wir diese Veranstaltung mit angekündigt haben", bat Meier den Stadtdirektor um eine Erklärung. Bernd Reese verwies auf verwaltungsrechtliche Hindernisse: "Dieser Zuschuss ist kein Haushaltsposten für Sponsoring." Die Zuwendung sei im Zusammenhang mit dem Weltkindertag gewährt worden für eigene Projekte des Päventionsbeirates. Hinzu komme in diesem Fall, dass andere Stellen den betreffenen Betrag bereits bezahlt hätten. Eine Argumentation, die im Beirat kaumüberzeugte. Bis zum nächsten Treffen im Mai will Meier ein Finanzierungskonzept entwickeln, um zu ergründen, "wie wir uns finanziell darstellen können, ohne auf den Kämmerer achten zu müssen". Es gehe um Grundsätzliches: "Ein Präventionsbeirat kann nicht ohne finanzielle Unterstützung überleben", betonte Meier. Dieses Gremium solle sich nicht von Ratsbeschlüssen einengen lassen. "Wir sind keine Unterabteilung der Stadtverwaltung." Der Präventionsbeirat könne Drittmittel einwerben und für finanzintensivere Veranstaltungen Partner und Sponsoren finden. Zudem bestehe die Möglichkeit, einen Förderverein einzurichten, so Meier weiter. "Es ist wichtig, spontane Ideen durchsetzen zu können."



Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.


Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Kommentare